Kirchenschwinden

Ein Blog mit Informationen zu Umnutzung, Verkauf oder Abriß katholischer Kirchen in Deutschland

29.11.09


Auferstehungskirche, Sailauf (Bistum Würzburg)

Leider kam ich nicht eher dazu, inzwischen ist es schon fast ein halbes Jahr her: Im Juli und August 2009 wurde in Sailauf (Landkreis Aschaffenburg, Diözese Würzburg) nach langen und erbitterten Auseinandersetzungen die 1971 geweihte Auferstehungskirche abgerissen.

Für den Interessierten gibt es im Web mehr als genug Material, um sich über diese Angelegenheit, die in der Pfarrgemeinde und im Dorf tiefe Wunden geschlagen hat, zu informieren. Z.B.:

- der Artikel über die Auferstehungskirche auf der Pfarrei-Website;

- ein Interview mit dem (damaligen) Ortspfarrer Klaus König (pdf), interessant auch wegen seiner liturgietheologischen Beobachtungen. (Im damaligen Kontext wirkte es jedoch seeehr polarisierend...);

- Berichte von FAZ und Bayerischem Rundfunk;

- zwei Websites von "Abrißgegnern", einmal von Thorsten M. Stenger und zum andern kirchenabriss.de.

12.9.09


Neuorientierung moderner Kirchenbauten – Umgang mit einem schwierigen Gebäudetypus

Das Museum Architektur und Ingenieurkunst lädt am 22. September 2009, um 19.00 Uhr zu einer Podiumsdiskussion nach Liebfrauenkirche in Duisburg ein.

Aus der Ankündigung:

"Die Architektur der 1960er Jahre wird oft mit „Betonbrutalismus“ und Großstrukturen assoziiert. Zudem sind viele der Gebäude dieser Zeit in die Jahre gekommen, sind sanierungsbedürftig und haben dadurch an Attraktivität verloren.
Letzteres trifft auch auf eine Vielzahl von Kirchengebäuden zu, die in Nordrhein-Westfalen in der Diskussion stehen, weil Kirchenfinanzen und die Zahl der Gemeindemitglieder stark rückgängig sind. Vermutlich ist in den nächsten Jahren bei einem Viertel der Kirchen über eine Umnutzung nachzudenken."

Und bei der Gelegenheit der Hinweis auf die gedruckte Ausgabe der Beiträge eines Symposiums zum Thema, das 2006 in Vallendar-Schönstatt stattfand:

Das letzte Abendmahl: Umnutzung, Verkauf und Abriss von Kirchengebäuden in Deutschland, VDG Verlag, 2008, 20 €

25.8.09


St. Martin, Schneeren und St. Marien, Mandelsloh

Anfang Juni wurde die katholische Kirche Sankt Martin in Schneeren bei Neustadt am Rübenberge geschlossen. Die Kirche soll abgerissen und das Grundstück verkauft werden.

Der letzte Gottesdienst fand am 5. Juni in der Kirche statt. In der Pfarrgemeinde Sankt Peter und Paul ist die Kirche Sankt Martin bereits das zweite Gotteshaus, das binnen kurzer Zeit aufgegeben wird. Am 2. Juni war die Kirche Unbeflecktes Herz Maria in Mandelsloh geschlossen worden.

ddp schreibt:

Grund für die Schließung beider Kirchen ist die geringe Zahl an Gemeindemitgliedern. Sankt Martin befindet sich laut eines Gutachtens zudem in einem schlechten Bauzustand. Das Gotteshaus war 1969 als Fertigteilkirche errichtet worden. Für die Instandhaltung hätten rund 250 000 Euro aufgebracht werden müssen. Im Bistum Hildesheim ist Sankt Martin den Angaben nach die 20. Kirche, die seit 2003 profaniert wurde.


St. Barbara, Goslar

dpa berichtet:
Der Abriss einer weiteren ungenutzten katholischen Kirche steht bevor. Die Verhandlungen mit einem Privatunternehmen über den Verkauf der seit 2006 nicht mehr als Gotteshaus genutzten St. Barbarakirche in Goslar „stehen vor dem Abschluss“, sagte der Sprecher des Bistums Hildesheim, Michael Lukas, am Dienstag. Nach Informationen der „Goslarschen Zeitung“ soll das in den 1970er Jahren in Fertigbauweise errichtete Gebäude anschließend abgerissen werden. Seit 2003 wurden im Bistum Hildesheim 23 Kirchen aufgegeben und zwei davon bereits abgerissen, sagte Lukas. Bis 2020 ist die Schließung einiger Dutzend weiterer Kirchen geplant.
Mehr zu den Kirchenschließungen im Bistum Hildesheim.

27.5.09


Dinslaken: Heilig-Blut und evangelische Christuskirche

Nach der evangelischen Christuskirche kommt nun in Dinslaken die Heilig-Blut-Kirche an die Reihe: Nach der Profanierung am 21. Juni steht "eine Menge Trauerarbeit" an.

Einzelheiten in "Der Westen".

Thomas zeigt in seinem Abendland Bilder einer Ausstellung mit Werken von Rainer Höpken zum Abriß der evangelischen Christuskirche: "Der Turm stürzt ein".

Sehenswert u.a. der "Kirchenpoker".

1.5.09


Die Karte zum Thema

In der ZEIT vom 23.04.2009 Nr. 18 eine Deutschlandkarte mit dem Titel "Kirchensterben": Eine Übersicht, wo im Land welche Konfession wie viele Kirchen schließt.

8.11.08


St. Elisabeth, Münster: Vermehrzweckt

Aus der Münsterländischen Volkszeitung vom 7. November 2008:
"Pfarrer Martin Sinnhuber ist ein Stein vom Herzen gefallen. Wegen St. Elisabeth. Die Kirche – die mit Blick auf den Pastoralplan zur Disposition stand – wird nicht abgerissen. Sie wird jedoch am 16. November in einem Gottesdienst um 10.30 Uhr von Weihbischof Dr. Franz-Josef Overbeck entweiht. Damit wird der Weg freigemacht für eine ganz neue Nutzung des Gotteshauses, das sich in einen Kultur- und Mehrzweckraum verwandeln wird.

Am Abend soll es in der Kirche an der Hamburger Straße nach der Umgestaltung kulturell zugehen. Beispielsweise mit Konzerten und Lesungen. „Die Holzdecke sorgt für eine hervorragende Akustik“, sagt der Pfarrer. Dagegen sollen tagsüber Kinder den Mehrzweckraum mit Leben erfüllen. Die Montessori-Schule, die im Aschendorff-Verlag an der Soester Straße ihren Schulbetrieb hat, braucht eine Bewegungsfläche. Und auch der Kindergarten St. Elisabeth soll die Räumlichkeit für seine kreative Arbeit nutzen. (...)

Behutsam soll der Eingriff in den Kirchenraum erfolgen. Der Altarraum ist als Bühnenfläche vorgesehen. Der Boden wird erneuert, Bistro und Sanitärräume sollen im vorderen Bereich der Kirche angesiedelt sein. Das Pfarrheim und das Pfarrhaus werden dagegen abgerissen. Dafür wird Wohnraum geschaffen – für ein soziales Projekt in kirchlicher Trägerschaft."

5.10.08


Katholisches Kirchenschwinden - auch in England

"Einige der schönsten katholischen Kirchen stehen vor der Schließung und sogar Zerstörung, doch Laieninitiativen bestreiten ihren Sinn und ihre rechtliche Basis." - so macht die Times den Artikel ihres Architektur-Korrespondenten Marcus Binney auf.

Und so schließt er, nach einer Tour quer durch die Diözesen:

"The current crisis provides the clearest evidence that some Catholic bishops are behaving in a high-handed way towards congregations to a degree unthinkable in most other churches in England. The result is both crushing and alienating to congregations and communities. The closing of a church does not solve the problem, as disposal can still be contentious and time-consuming. Faced with declining numbers of priests, English dioceses should look to an empowered laity, who up and down the country, are showing passionate concern for many much-loved churches."

(Herzlichen Dank an unseren Leser M.C. für den Hinweis.)

11.8.08


Herz Jesu Ratingen

Die Rheinische Post lässt Pfarrer Bünnagel von Herz Jesu, Ratingen, scherzen:

„In Zukunft wird man hier wohl eher Kaffeeduft statt Weihrauchschwaden riechen."
Die katholische öffentliche Bücherei ist in den Seitenflügel der Herz Jesu-Kirche umgezogen, nachdem die Kirchengemeinde im letzten Jahr das Gebäude von Pfarrsaal und Bücherei verkauft hat. Auf zwei Etagen können 10.000 Medien ausgeliehen werden.

Alle sind glücklich:

„Wir wollen aber nicht darüber jammern, was in der Kirche den Bach heruntergeht, sondern uns über den Gewinn neuer Möglichkeiten freuen“, so Pfarrer Bünnagel. Was beim Umbau herausgekommen ist, ist in vieler Hinsicht sogar besser als die alte Bücherei. „Wir haben platzmäßig vom Umzug profitiert“, sagte Hildegard Pollheim, ehrenamtliche Büchereileiterin. Besonders der Kinderbereich sei größer geworden, was der Leseförderung zugute komme. Er lädt mit bunten Sitzkisten und Regalen voll Büchern, Computer- und Brettspielen zum Stöbern und Verweilen ein. „Ich finde es toll, dass es eine Spielecke für die kleineren Kinder gibt, so nerven die nicht mehr beim Lesen“, meinte Alexander (9). Den einzigen Nachteil sieht Pollheim darin, dass der Eingang zur Bücherei von der Straße aus nicht zu sehen ist – er liegt hinter der Kirche. Hier setze man auf Flyer und Mundpropaganda. „Durch den Umzug haben wir unseren Bestand gründlich aussortiert und haben jetzt ein wirklich aktuelles Angebot“, so Pollheim.

Vgl. auch hier

Zum Flyer der Bibliothek hier.

26.6.08


Wandel durch Abriß

Heute in der Welt: "Der Ausverkauf der Gotteshäuser", nicht namentlich gezeichnet und mit vielen interessanten Beobachtungen:

Der Altar ist abgeräumt, das ewige Licht aus der Wand gerissen. Doch die Wunde im Mauerwerk schreibt die Kreuzesform auch jetzt noch wie ein nicht verlöschendes Zeichen über den Tisch des Herrn - so als sei das Sinnbild dem Bauwerk eingebrannt. Christkönig in Kaiserslautern, die Backsteinkirche im Villenviertel auf dem Lämmchesberg, ist ausgeweidet bis auf die roten Außenmauern und die haushohen Kirchenfenster, in denen sich hundertfach das Christ-König-Motiv, die Krone, wiederholt. Im Herbst 2007 wurde die Kirche profaniert, vor einem halben Jahr verkauft - bald rücken die Betonmischer an, um den Baukörper für "neue Nutzungen" umzugestalten...

Für manchen Kirchenoberen haftet diesen "Bürgerinitiativen" etwas Unheimliches, das Selbstverständnis der Kirche Verletzendes an, stehen doch Ausmaß und Breitenwirkung der Proteste in krassem Gegensatz zur Schrumpfung der Gemeinden, zum Leerstand von Kirchen und zum Rückgang der Kirchensteuereinnahmen, die vielerorts die Unterhaltung kirchlicher Gebäude zu einer kaum lösbaren administrativen Aufgabe machen...

Mehr Wandel? Die Bürgerinitiativen für die Rettung bedrohter Kirchen setzen sich offensichtlich für etwas anderes ein. Gläubige und Kirchenleitungen scheinen aneinander vorbeizureden. In Kaiserslautern wurde der einzige authentische Zeuge, der Katholik und Nachbar Jäger, zwar freundlich angehört, aber kein Kongressteilnehmer verspürte ein Interesse, die nur 100 Meter entfernte Abrisskirche Christkönig vor dem Umbau zum Appartementhaus noch einmal zu betreten. Den Fürsprechern des "Wandels" geht es nicht um bestehende Kirchen - sie wollen eine neue, veränderte Kirche. Bürgerinitiativen zur Rettung gefährdeter Kirchen sind ihnen suspekt...

Offenbar ist es nicht der Leerstand, sondern die Faszination des "Wandels", der bei der Schließung von Kirchen Pate steht. Im Rausch der Veränderungsmanie spielt die Gefühlslage der Gläubigen offenbar keine Rolle. Die Fördervereine für alte Kirchen, die Widerstandsveranstaltungen gegen Kirchenschließungen, die großen "Events" unter freiem Himmel und die Wallfahrten nach Rom scheinen bei der Absicht nur zu stören, der "neuen" Kirche auch mit neuen Nutzungsideen inhaltlich und baulich Gestalt zu geben.

Kirchliches Leben hat nichts mit Protz und Prunk zu tun, auch wenn die Kirche keinen Anlass hat, sich in Sack und Asche zu kleiden. Aber das kirchliche Gebäude, so hat es Preußens großer Baumeister Karl Friedrich Schinkel einmal ausgedrückt, soll Gott darstellen. Und seinen Standeskollegen empfahl er, sich dieser Bauaufgabe in "Resignation" (d.i. Demut) zu widmen.

15.3.08


St. Georg, Adlum

Ein Leser unseres Blogs hat uns auf den Fall der St. Georgskirche in Harsum-Adlum (Bistum Hildesheim) aufmerksam gemacht.

Pfarrer Winfried Henze bittet dort die Kirchenbesucher um ihr Gebet:

"Dieses Gotteshaus ist vom Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim als 'entbehrlich' eingestuft worden. Alle, die es betreten, sind eingeladen, für unseren Bischof und die Mitglieder seiner Verwaltung um die Gaben des Heiligen Geistes zu beten, besonders um den Geist der Weisheit und des Verstandes."

Direkte Pläne zur Schließung oder Profanierung der Kirche gibt es laut Göttinger Tageblatt nicht, jedoch wird sie zu den "nicht unbedingt notwendigen" Kirchengebäuden gezählt, für die das Bistum die Baukostenzuschüsse einstellen will.

Das Göttinger Tageblatt weiter:
Pfarrer Henze bezeichnete die Schließungspläne in der „Hildesheimer Zeitung“ als Katastrophe. Er wies darauf hin, dass sich das Bistum gar nicht von der Adlumer Kirche trennen könne, weil diese der Kirchengemeinde gehöre. Wenn das Bistum die Bauzuschüsse streiche, könne es doch der Gemeinde die Miet- und Pachteinnahmen überlassen, die sie bisher ans Bistum abgegeben hat.Im Bistum hieß es gestern, dass Pfarrer Henze seine Vorschläge in den zuständigen Gremien diskutieren müsse.

Generalvikar Werner Schreer zeigte sich stark berührt von der „emotional aufgeladenen Kritik“. Bei allem Verständnis dafür, dass die Menschen an ihren Kirchen hängen, gebe es angesichts der sinkenden Zahlen von Katholiken, keinen anderen Weg, als sich von Gotteshäusern zu trennen. „An vielen Orten trauen wir den Menschen auch zu, dass sie die Erhaltung ihrer Kirche selbst in die Hand nehmen können“, erklärte Schreer. Deshalb werde das Bistum viele Kirchen „den Menschen vor Ort anvertrauen“.


St. Elisabeth, Münster

Die Pfarrgemeinde St. Elisabeth hatte bereits 2001 mit der Gemeinde Herz Jesu fusioniert, in ihrer nach dem Krieg erbauten Kirche gab es schon seit einiger Zeit keine deutschsprachigen Gottesdienste mehr, und die polnische Gemeinde, die St. Elisabeth für ihre Gottesdienste nutzte, soll nach St. Antonius umziehen - damit steht nach einem Bericht des Stadtmagazin Echo wohl fest, daß die Kirche St. Elisabeth zum Ende des Jahres profaniert wird.

Über die weitere Nutzung ist noch nicht entschieden; aktuell sollen mehrere Architekten um Entwürfe für das Gelände gebeten werden.

10.3.08


15 bis 20 Kirchen in Frankfurt

Ein Viertel bis ein Drittel der heute rund 60 protestantischen Kirchen in Frankfurt am Main stehen in absehbarer Zeit zur Disposition, berichtet die FAZ. Die Kirche habe in den vergangenen zehn Jahren über ihre Verhältnisse gelebt und Gebäude nur wegen der guten Rücklagen halten können, zitiert die FAZ den Vorsitzenden eines Ausschusses, der nun über Kriterien für Schließung oder Erhaltung berät. Nach dessen Ansicht wären in den nächsten zehn Jahren 42 Millionen Euro nötig, um alle kirchlichen Gebäude zu unterhalten. An Einnahmen aus der Kirchensteuer stünden dem nur 20 Millionen Euro gegenüber.

25.2.08


Philipp Larkin: Church Going

Von Philipp Larkin stammt das folgende Gedicht, das in einer deutschen Übersetzung von Ulrich Horstmann im Web zu finden ist.

Ja, es geht um das Kirchensterben und um das, was uns fehlt, wenn die Kirchen fehlen:

Philipp Larkin: Church Going

Once I am sure there's nothing going on
I step inside, letting the door thud shut.
Another church: matting, seats, and stone,
And little books; sprawlings of flowers, cut
For Sunday, brownish now; some brass and stuff
Up at the holy end; the small neat organ;
And a tense, musty, unignorable silence,
Brewed God knows how long. Hatless, I take off
My cycle-clips in awkward reverence.

Move forward, run my hand around the font.
From where I stand, the roof looks almost new -
Cleaned, or restored? Someone would know: I don't.
Mounting the lectern, I peruse a few
Hectoring large-scale verses, and pronounce
'Here endeth' much more loudly than I'd meant.
The echoes snigger briefly. Back at the door
I sign the book, donate an Irish sixpence,
Reflect the place was not worth stopping for.

Yet stop I did: in fact I often do,
And always end much at a loss like this,
Wondering what to look for; wondering, too,
When churches will fall completely out of use
What we shall turn them into, if we shall keep
A few cathedrals chronically on show,
Their parchment, plate and pyx in locked cases,
And let the rest rent-free to rain and sheep.
Shall we avoid them as unlucky places?

Or, after dark, will dubious women come
To make their children touch a particular stone;
Pick simples for a cancer; or on some
Advised night see walking a dead one?
Power of some sort will go on
In games, in riddles, seemingly at random;
But superstition, like belief, must die,
And what remains when disbelief has gone?
Grass, weedy pavement, brambles, buttress, sky,

A shape less recognisable each week,
A purpose more obscure. I wonder who
Will be the last, the very last, to seek
This place for what it was; one of the crew
That tap and jot and know what rood-lofts were?
Some ruin-bibber, randy for antique,
Or Christmas-addict, counting on a whiff
Of gown-and-bands and organ-pipes and myrrh?
Or will he be my representative,

Bored, uninformed, knowing the ghostly silt
Dispersed, yet tending to this cross of ground
Through suburb scrub because it held unspilt
So long and equably what since is found
Only in separation - marriage, and birth,
And death, and thoughts of these - for which was built
This special shell? For, though I've no idea
What this accoutred frowsty barn is worth,
It pleases me to stand in silence here;

A serious house on serious earth it is,
In whose blent air all our compulsions meet,
Are recognized, and robed as destinies.
And that much never can be obsolete,
Since someone will forever be surprising
A hunger in himself to be more serious,
And gravitating with it to this ground,
Which, he once heard, was proper to grow wise in,
If only that so many dead lie round.

[Nach Horstmann:
(...)
Doch hab ich trotzdem angehalten; passiert mir oft
und mehr als oft bin ich so ratlos wie auch hier,
und frag mich, was soll sich schon zeigen unverhofft
und was wird werden, wenn die letzte Seele dies Geviert
verlassen hat. Worin verwandelt sich’s, wenn wir nur noch
ganz wenige Kathedralen für Ausstellungszwecke offenhalten
– das Pergament, die Pyxis und Patene unter Glas?
Sind sie für Schafe Ställe erst und später dann ein Regenloch?
Als Unheilshorte allenfalls besetzt mit unserem Haß?
(...)
...Dies ist ein ernstes Haus auf ernstem Grund,
in dessen gut durchmischter Luft sich alle unsere Zwänge treffen
und dann in Schicksalskleider schlüpfen nach Befund.
Soviel zumindest bleibt auch Enkelsenkeln, Urgroßneffen,
denn dieser Hunger wird sich immer wieder rühren,
ganz plötzlich ist das Dasein ernstgemeint,
und seine Schwerkraft zieht uns hin zu dieser Erde,
in der die Weisheitssucher, hieß es, Antwort spüren,
und sei es nur, weil sie ringsum von Toten stets erneuert werde. ]

3.2.08


Kirchenschließungen im Bistum Hildesheim

"Das Bistum Hildesheim plant, ab dem kommenden Jahr voraussichtlich 80 Kirchen zu schließen. 197 andere Kirchen sind für die Seelsorge jedoch so wichtig, dass das Bistum dort bei Bedarf sogar baulich investieren wird." Mit diesem Paukenschlag setzte die Bistumsverwaltung am 18. Januar viel Aufregung und eine breite, zum Teil heftig geführte Diskussion in Gang.

Details der Pläne für die Region Hannover waren hier bereits zu lesen. Doch diese Region ist nur eine von vielen in meinem Heimatbistum, das zum größten Teil ein klassisches Diaporabistum ist. Vor 100 Jahren lebten hier gerade einmal 201.914 Katholiken. Im Jahr 2006 waren es 645.861, vor zwanzig Jahren noch einmal 100.000 mehr als heute. Für das Jahr 2020 werden noch etwa 552.000 Katholiken erwartet.

Seinen größten Strukturwandel seit der Reformation machte das Bistum in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg durch. Damals stieg die Zahl der Katholiken durch die zahlreichen zugewanderten Heimatvertriebenen und Flüchtlinge sehr stark an. In der langen Amtszeit von Bischof Heinrich Maria Janssen (1957-1982) wurden mehr als 250 Kirchen gebaut und viele neue Gemeinden gegründet.

Die Heilig-Geist-Kirche meiner heutigen Gemeinde wurde 1960 konsekriert, die St.-Josef-Kirche 1982 als Neubau, der an die Stelle der im 19. Jahrhundert errichteten ersten katholischen Kirche in Stade seit der Reformation trat. St. Michael in Bremervörde wurde 1963 geweiht, St. Michael in Harsefeld 1967, Mariä Himmelfahrt in Buxtehude 1975.

Einer ersten industriell begründeten Zuwanderungswelle im späten 19. Jahrhundert zuzurechnen sind die beiden Kirchen St. Ansgar in Hemmoor-Warstade (1900) und St. Nikolaus in Hechthausen (1936), die aus einem alten Feuerwehrhaus umgebaut wurde. Industrieansiedlungen der 60er und 70er Jahre in Stade zogen und ziehen bis heute Katholiken aus anderen Teilen Deutschlands an. Deshalb und durch die Spätaussiedler aus Polen, Russland und anderen Teilen Osteuropas wächst vor allem die Stader Heilig-Geist-Gemeinde nach wie vor an.

St. Lukas in Fredenbeck (1968) wurde Ende 2003 profaniert und 2004 abgerissen. Viele der in der Nachkriegszeit errichteten Kirchen waren damals nur auf eine Nutzungsdauer von etwa 30 Jahren ausgelegt worden. Sie müssten nun ersetzt oder aufwendig saniert werden. Das Bistum sieht sich dazu nicht mehr in der Lage. Altbischof Josef Homeyer (1983-2004) hatte noch kurz vor Ende seiner Amtszeit ein umfangreiches Eckpunktepapier auf den Weg gebracht, dass den Weg bis 2020 vorzeichnen sollte.

Dieses Papier zieht, nicht ohne Plan und theologische Begründung, die Konsequenzen aus der demographischen Entwicklung des Bistums. Die oben bereits genannten Zahlen führen insbesondere zu einem starken Rückgang der Kirchensteuereinnahmen und machen daher eine Kürzung der Ausgaben zwingend erforderlich. Das Eckpunktepapier beendete insbesondere eine Phase zahlreicher Sparrunden, mit denen das Bistum seit den 90er Jahren versucht hatte, den schwindenden Mitteln hinterherzulaufen.

Einige Strukturentscheidungen sind bereits getroffen und umgesetzt, weitere werden folgen. 109 Gemeinden wurden 2006 zu 36 Gemeinden zusammengelegt, für die Zukunft gibt es einen Gesamtplan. Für 2020 plant die Bistumsverwaltung rund 120 Gemeinden, heute sind es noch 243. Meine Gemeinde soll 2010 mit St. Michael in Bremervörde und St. Ansgar in Hemmoor zusammengelegt werden. Sie bilden heute eine Seelsorgeeinheit und teilen bereits Pfarrer und Kaplan.

Diese Gesamtplanung ist eine der Grundlagen für die im Januar veröffentlichten Schließungs- und Investitionspläne. So hat jede der künftigen 120 Gemeinden mindestens eine Kirche, die unentbehrlich ist und auf absehbare Zeit nicht zur Diskussion stehen wird. Diese Kirchen (Kategorien A und A-S) werden aus dem derzeit 5,5 Mio. Euro pro Jahr schweren Bautopf des Bistums gefördert, auch Investitionen sind möglich. Die Kirchen in Stade, Bremervörde und Hemmoor fallen allesamt in diese Kategorie.

Am anderen Ende des Spektrums stehen insgesamt 80 Kirchen, die als nicht unbedingt notwendig eingestuft werden und für die es Gründe zur Profanierung gibt (Kategorie C 2). St. Nikolaus in Hechthausen gehört zu dieser Gruppe. Dort wird derzeit nur einmal im Monat die Heilige Messe gefeiert. Sie ist allerdings, wie zahlreiche Kirchen im Bistum, als bauhistorisch, architektonisch oder künstlerisch bedeutsam eingestuft worden (Kategorie D). Die Substanz dieser Kirchen soll konserviert werden.

Eine weitere Gruppe von Kirchen beschreibt die Verwaltungsvorlage als zwar ebenfalls nicht unbedingt notwendig, sieht aber derzeit keine Gründe für die Profanierung (Kategorie C 1). Für diese Kirchen wird das Bistum keinerlei Mittel mehr bereitstellen. Dies betrifft zum Beispiel im Eichsfeld, meiner Heimat, alle Dorfkirchen in jenen Gemeinden, die bis 2020 ihre Eigenständigkeit verlieren sollen. Das Eichsfeld ist eines der wenigen katholischen Kernlande im Bistum.

Die meisten Gemeinden dort allerdings wird dieses Verdikt aus Hildesheim wenig kümmern. Sie sind, ähnlich wie einige ebenfalls katholische Stiftsdörfer bei Hildesheim, dank zahlreicher Schenkungen mit Landbesitz ausgestattet, der genug abwirft, um Kirchen und Pfarrheime zu erhalten. Hier haben frühere Generationen wahrlich weit genug in die Zukunft geschaut.

In eine letzte Kategorie B ordnet die Bistumsverwaltung Kirchen ein, deren Bedarf zwar mittelfristig zu überprüfen ist, die aber vorerst weiterhin Mittel für substanzerhaltende Maßnahmen erhalten sollen. Auf diese und die Kirchen der Kategorien A und A-S konzentriert das Bistum künftig seine Baumittel. Um alle Kirchen und sonstigen Immobilien zu erhalten, wären statt der heutigen 5,5 Mio. etwa 11,5 Mio. Euro pro Jahr nötig.

Der jetzt vorgelegte Plan soll in den kommenden Monaten mit den heute 18 Dekanaten diskutiert und Ende des Jahres vom Generalvikar beschlossen werden. Die Profanierungen sollen 2009 beginnen. Von den heute 438 Kirchen des Bistums sollen 197 unbedingt erhalten bleiben (A und A-S), die Zukunft von 56 Kirchen ist zu klären (B). 86 Kirchen werden nicht mehr durch das Bistum finanziert (C 1), 80 Kirchen sollen profaniert werden (C 2). Warum sich diese Zahlen nicht zu 438 ergänzen, hat sich mir noch nicht erschlossen. Seit dem Jahr 2000 hat das Bistum Hildesheim bereits 13 Kirchen geschlossen und profaniert.

20.1.08


Geplante Kirchenschließungen in der Region Hannover

Die Hannoversche Allgemeine berichtet am 18. Januar über Kirchenschließungspläne des Bistums Hildesheim.

In Hannover sollen die Kirchen St. Christophorus (Stöcken), Maria Frieden (Buchholz), und St. Michael (Wülfel) "verkauft, anders genutzt, im schlimmsten Fall abgerissen" werden. Für St. Bruder Konrad in der List ist die Übernahme durch orthodoxe Gemeinden im Gespräch.

Insgesamt sollen von den 50 Gemeinden in der Region Hannover noch die Hälfte übrig bleiben.

Eine Fotogalerie: Hier.

Andere Kirchen, die betroffen sind:
- St. Hedwig, Springe-Völksen
- Heilige Familie, Ronnenberg-Empelde
- St. Jakobus der Jüngere, Weetzen
- St. Barbara, Hänigsen
- Dreifaltigkeitskirche, Hämelerwald
- Corpus Christi, Garbsen
- St. Magdalenen, Evern
- Herz Mariä, Arnum
- Unbeflecktes Herz Mariä, Neustadt
- Heilig-Kreuz-Kirche, Pattensen-Schulenburg

Eine Fotogalerie: Hier.

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9.12.07


Gelungene Infosammlung

"Neuer Geist zieht ein" - das ist die Überschrift eines gut gemachten, informativen und ausgewogenen Portals zum Thema Kirchenumnutzung und Kirchenabriß - u.a. mit einem Bericht über den Abschied von St. Ursula in Hürth-Kalscheuren, einem Interview mit Maria Schwarz, der Witwe des bekannten Kirchenarchitekten Dominik Schwarz, Beispielen von Umnutzungen, einer Linkliste und einer Zitatensammlung.

Erstellt und gepflegt wird es innerhalb von koelnarchitektur.de.

Empfehlenswert!

31.8.07


Fantasievoll, vorübergehend anders - und kenntlich bleiben

Bei jesus.ch eine epd-Meldung, die Worte des Marburger "Kirchenbauexperten" Matthias Ludwig referiert.
Staat und Kirche hätten in der Nachkriegszeit eine Infrastruktur aufgebaut, die jetzt aus finanziellen und demografischen Gründen nicht mehr zu halten sei. Ludwig warnte die Kirche jedoch davor, sich «in einem Befreiungsschlag» von Kirchengebäuden zu trennen. «In Grossbritannien und den Niederlanden wird das seit 40 Jahren ausprobiert. Aber es hat nicht dazu geführt, dass die Kirche zahlungsfähiger wurde. Vielmehr wurde sie unkenntlich.» Die Folge
sei eine verschärfte «Austrittsbewegung» gewesen.

16.6.07


Unverträgliche Umnutzung

Johann Hinrich Claussen - Propst von Hamburg und seit kurzem Hauptpastor von St. Nikolai - fragt in einem Artikel der heutigen FAZ, "wie viel Umnutzung ... unsere Gotteshäuser" vertragen.

Die Hoffnung, durch Umnutzung den Abriss von Kirchen vermeiden zu können habe, habe ihre Strahlkraft verloren, "die meisten bisherigen Umnutzungsversuche haben enttäuscht": Denn einmal seien Kirchgebäude zu groß und hoch, so daß eine Umgestaltung nicht einfach sei; oft sei schon die Statik ein Problem, aber "auch ästhetisch vermögen solche Umbauten selten zu überzeugen". Dazu kommen die hohen Kosten und die aufwendige Suche nach Investoren.

Doch dahinter gebe es noch "ein inhaltliches Bedenken": "Wie viel Umnutzung verträgt eine Kirche", die eben für den Gottesdienst und eine Gemeinde gebaut sei?

So ist für Claussen die "einzig wirklich überzeugende Umnutzung die Übergabe einer Kirche an eine andere christliche Gemeinschaft", vor allem an die Orthodoxen. Pfingstgemeinden, eine andere wachsende Gruppe, seien zu klein und zu labil für eine Übernahme.

Den Erhalt von Kirchengebäuden aus rein baugeschichtlichen Gründen hinterfragt Claussen sehr kritisch, sie scheint ihm zu einem "Potemkinschen Denkmalschutz zu führen: Man erhält unter großen Mühen die Fassade, doch hinter ihr geschieht etwas ganz anderes." Da wäre es "praktikabler und ehrlicher, in genau geprüften Einzelfällen einen Abriss vorzunehmen".

PS: In seinem Buch "Zurück zur Religion" widmet Claussen ein ganzes Kapitel dem Thema "Kirchenbauten und Kirchenschließungen".

3.6.07


Im Kirchenraum ist immer 'Kirche'

Joseph Kardinal Ratzinger in seinem Eucharistie-Buch "Gott ist uns nah", zitiert nach Liminski:
"Immer ist der Herr da. Die Kirche ist nicht bloß ein Raum, in dem in der Frühe einmal etwas stattfindet, während er den Rest des Tages ,funktionslos‘ leer bliebe. Im Kirchenraum ist immer ,Kirche‘, weil immer der Herr sich schenkt, weil das eucharistische Geheimnis bleibt ... Wir alle wissen, welch ein Unterschied ist zwischen einer durchbeteten Kirche und einer solchen, die zum Museum geworden ist. Wir stehen heute sehr in der Gefahr, dass unsere Kirchen Museen werden und dass es ihnen dann geht wie Museen: Wenn sie nicht verschlossen sind, werden sie ausgeraubt.

Sie leben nicht mehr. Das Maß der Lebendigkeit der Kirche, das Maß ihrer inneren Offenheit, wird sich darin zeigen, dass sie ihre Türen offen halten kann, weil sie durchbetete Kirche ist ... Dagegen könnte sich mit Recht der immer wieder zu hörende Einwand richten: Ich kann ja auch im Wald, in der freien Natur beten. Gewiss kann man das. Aber wenn es nur dies gäbe, dann läge die Initiative des Betens allein bei uns; dann wäre Gott ein Postulat unseres Denkens – ob er antwortet, antworten kann und will, bliebe offen. Eucharistie aber bedeutet: Gott hat geantwortet. Wenn wir in der eucharistischen Gegenwart beten, sind wir nie allein. Dann beten wir im Raum der Erhörung ... Solches Beten müssen wir neu suchen."


Eine Frage der Identität

Jürgen Liminski in der Tagespost mit einer interessanten Analyse des aktuellen Kirchenschwindens in Deutschland, sowie einigem an Statistik und spirituell-theologischer Einordnung.
"Deshalb geht es nicht nur um eine „Umwidmung“, wenn eine Kirche baulich nicht mehr gehalten werden kann, noch um eine schlichte Profanierung. Jedes Mal, wenn eine Kirche geschlossen oder einer weltlichen Nutzung zugeführt wird, stirbt auch ein Stück Kirche. Das Beispiel der blühenden Gemeinden in Nordafrika und Kleinasien, von denen heute außer den geistlichen Impulsen (etwa Augustinus als Bischof von Hippo oder die zehn Nothelfer aus der Türkei) und einigen Mauerresten nahezu nichts mehr übrig geblieben ist, dürfte Mahnung genug sein. Wenn es nicht gelingt, die Kirche als solche von innen heraus zu beleben, werden die Gemeinden in Europa den gleichen Weg gehen.

Man kann Gebäude „auf Zeit stilllegen“. Mit dem Glauben geht das nicht. Mauern können stehen, als stumme Zeugen. Der Glaube lebt – oder stirbt. Wenn niemand mehr in die Kirche kommt, dann sollte wenigstens der Pfarrer beten, so wie Jean Marie de Vianney, der Pfarrer von Ars, der eine heruntergekommene Kirche und Gemeinde vorfand und damit anfing, die Eucharistie auszusetzen und zu beten. Jahre später waren es Hunderttausende, die in den kleinen, unscheinbaren Ort in der Nähe von Lyon kamen, um zu beten, zu beichten, zu glauben."

22.5.07


Umnutzung zum Gesamtkunstwerk

Die evangelische Peterskirche in Frankfurt am Main stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde bis 2002 als Gemeindekirche genutzt. "Aufwendig", sagt die FAZ, war der 2004 begonnene Umbau zur Jugendkulturkirche, der laut Christoph Mohr, dem Hauptkonservator des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege "ein Gesamtkunstwerk der Jetztzeit" entstehen lässt.
"Gedanklicher Ausgangspunkt für den jetzigen Umbau sei eher die Ruine gewesen, die nach dem Bombenangriff im März 1944 übrig geblieben sei.

Die Kirche besteht nach dem Umbau aus mehreren Teilen: Das Hauptschiff dient als Veranstaltungsfläche für Konzerte oder Partys für 500 bis 1000 Menschen. Schallschutzvorkehrungen wurden getroffen. „Großveranstaltungen sollen sich finanziell selbst tragen und nicht mit Kirchensteuern unterstützt werden“, hob Mattis hervor. Durch eine 400 Quadratmeter große gläserne Wand, auf die man auch Bilder projizieren kann, abgetrennt sind ein Café im Erdgeschoss sowie Verwaltungs-, Beratungs- und Seminarräume im ersten und zweiten Stock. In der zweiten Etage gibt es auch einen „Sakralraum“. Betrieben wird die Kirche von einer gemeinnützigen GmbH. Deren jährliches Budget umfasst Mattis zufolge schätzungsweise 1,2 Millionen Euro, die Umbaukosten betrügen 5,5 Millionen Euro."
Mehr bei der FAZ im Artikel von Stefan Toepfer: Die neue Peterskirche – „ein Gesamtkunstwerk der Jetztzeit“.


Schätze!

Infos zur Wanderausstellung "Schätze! Kirchen des 20. Jahrhunderts", die die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst (DG), München, das Deutsche Liturgische Institut, Trier, und das EKD-Kirchbauinstitut, Marburg organisieren, gibt es u.a. hier.

2.4.07


"Die Kirche muß im Dorf bleiben"

Henner Herrmanns (Professor für Architektur und Stadtplanung an der FH Koblenz-Landau): "Über den profanen Umgang mit sakraler Architektur: Analyse oder Anamnese?" im Magazin für Theologie und Ästhetik.

5.3.07


Christuskirche, Dinslaken (evangelisch)

Thomas in seinem Abendland mit Fotos vom Abriß der evangelischen Christuskirche in Dinslaken.

4.3.07


St. Jakobus in Oberhausen-Osterfeld-Tackenberg

Am 28. Januar 2007 wurde in St. Jakobus (Oberhausen-Osterfeld, Bistum Essen) die letzte Hl. Messe gefeiert.

1960 gebaut, 1990-1992 saniert, wird sie zu einem "sozialpastoralen Stadtteil und Gemeindezentrum" umgestaltet; "Gemeindegottesdienste wird es ab 2007 nur noch als Ergänzung zu den bestehenden Messfeiern in St. Antonius Klosterhardt und St. Josef/Heide geben. Und zwar an jedem Sonntag um 18 Uhr und an jedem Mittwoch um 19 Uhr. Darüber hinaus werden Schüler/innen und Gruppen in dem verkleinerten Kirchenraum Gottesdienste feiern."

Infos bei Kirche in Oberhausen.


Christ-König-Kirche in Neumühlen-Dietrichsdorf

Ein Blog-Leser weist uns auf diesen Artikel hin, der - aus dem Erzbischöflichen Amt Schwerin stammend - nur noch im Google-Cache zu finden ist:

Die Kieler Pfarrei St. Joseph will eine ihrer vier Kirchen aufgeben
Sanierung der Christ-König Kirche wäre zu teuer

Die katholische Pfarrei St. Joseph in Kiel will ihre Christ König-Kirche in Neumühlen-Dietrichsdorf aufgeben. Neben den Kirchen in Kiel-Gaarden, Heikendorf und Schönberg ist sie die vierte Kirche, die zur Pfarrei St. Joseph gehört.

Zukünftig soll auch die Heilig Kreuz-Kirche in Kiel-Elmschenhagen hinzukommen.
Hintergrund der Pläne sind anstehende umfangreiche Reparaturmassnahmen in der Christ König-Kirche, für die mehere zehntausend Euro veranschlagt werden müssen. Die Pläne wurden der Gemeinde in einer Pfarrversammlung am Dienstag, 13. Februar, vorgestellt. Der Kirchenvorstand hat den Planungen bereits zugestimmt, um eine Reduzierung der Gebäudekosten und eine pastorale Konzentration zu erreichen.

Die einschiffige Christ König-Kirche aus rotem Ziegelstein wurde 1952/53 erbaut. Die Kirche hat 300 Sitzplätze.

Die katholischen Pfarreien St. Joseph und Christ König mit den Filialkirchen St. Ansgar in Schönberg und Stella Maris in Heilendorf schlossen sich am 1. April 2005 zu der neuen Pfarrei St. Joseph zusammen. Damit entstand am Ostufer der Kieler Förde eine großflächige Pfarrei mit über 6.000 Katholiken. Zukünftig - ein Termin steht noch nicht fest - wird auch die Gemeinde Heilig Kreuz in Kiel-Elmschenhagen in die Pfarrei St. Joseph eingegliedert.
[Ergänzung am 5.3.2007: Eine kurze Notiz findet sich auf der Titelseite der Hamburger "Neuen Kirchenzeitung" vom 25.2.2007]

25.2.07


"Altlast Kirche - Neue Perspektiven für sakrale Bauten"

Am 22. November 2006 veranstaltete die Bayerische Architektenkammer eine Fachtagung zum "Thema, welche Zukunft den Kirchenbauten in Bayern bevorsteht".

Auf der Website die vier Vorträge:

26.1.07


Muna-Kirche Marktbergel

Ein Leser weist uns darauf hin, daß seit dem 2. Halbjahr 2006 die "Muna-Kirche" (Kirche der Munasiedlung?)in Marktbergel profaniert ist. Marktbergel gehört zum Erzbistum Bamberg und wird von Bad Windsheim aus betreut.

Im Netz konnte ich dafür auf die Schnelle keinen Beleg finden.

8.1.07


Ironie

Aus der Kirche - "To the Glory of God" - wurde ein Gentleman's Club.

Hier.

3.12.06


Erfurt zieht nach...

Noch ein Kolumbarium: Ab 2007 soll die Allerheiligenkirche in Erfurt ebenfalls als Begräbnisstätte dienen.

Mehr unter dem Stichwort "Innovative Projekte" bei der Diözese und beim Sekretär des Domkapitels.


Ruhe im Kolumbarium

Peter Schilder schrieb in der FAZ vom 27. 11. 2006 einen Bericht über die Kirchen St. Konrad in Marl und St. Josef in Aachen, die zu Kolumbarien umgewidmet wurden. In Aachen wurde dafür richtig Geld in die Hand genommen: 500 k€. Dafür gibt es dann 4m hohe Stelen für die Urnen, einen offene, mit Kies bedeckten Kirchenboden, der "das Erdreich [symbolisiert], in dem Erde zu Erde wird", einen künstlichen Wasserlauf, der an die "Vergänglichkeit des Lebens" erinnert und einen angedeuteten Schiffsrumpf unterm Kreuzrippengewölbe. Dazu milchiges Licht für "eine erhabene Stimmung". Von leiser Musik ist nicht die Rede. Ganzheitliche, sinnliche Bestattungskultur...

Die Kostennutzenrechnung steht auch schon: Mit 15 Beisetzungen oder Grabkäufen im Jahr in Marl und 50 in Aachen können die Gebäude erhalten und die laufenden Kosten gedeckt werden.

"Dadurch bleibt die Kirche, auch wenn sie keine mehr ist, weiterhin in der Gemeinde. Die Josefskirche in Aachen, so Pastor Jansen, sei nun 'ein riesiges Memento mori für alle, die in die Stadt hineinfahren'."

30.10.06


Es geht auch anders.

Gernot Facius in Weltmanier über Pfr. Wolfgang Picken, der in Bonn einfallsreich den Trend umkehrt. Dazu einiges an Zahlen und Fakten, sowie die Stimmen von Prof. Georg May und Drobinski(SZ).

Bei Pfarrer Picken kommt sogar Kardinal Meißner ins Staunen. Siehe da.


Kolloquium "Das große Kirchensterben"

Der Fachbereich Architektur der FH Koblenz veranstaltet am 14. November ein eintägiges Kolloquium im Pater-Kentenich-Haus in Vallendar-Schönstatt. Aus der Einladung:
"Durch den Rückgang der zahlenden Mitglieder haben die Kirchensteuereinnahmen inzwischen ein so niedriges Niveau erreicht, dass die großen christlichen Kirchen das Problem haben, dass sie den Unterhalt ihres Immobilienbestandes nicht mehr finanzieren können. Viele kirchliche Bauten sind deshalb von der Schließung bedroht.

Nun ist aber eine Kirche keine gewöhnliche Immobilie. Über spirituelle Aspekte hinaus ergibt sich mit der Aufgabe der sakralen Nutzung als Ort des Gottesdienstes und Gebetes ein ganzes Bündel von Fragestellungen in gesellschaftlicher und baukultureller Hinsicht. Es wird nun die Frage einer angemessenen Nach- oder Umnutzung aufgeworfen. Radikale Entscheidungen wurden bereits getroffen und Kirchen abgerissen oder spektakulär umgenutzt.

Die Bistümer und Landeskirchen gehen dabei mit ihren sakralen Bauten, sind sie erst einmal profaniert, oft recht pragmatisch um. Zwar wird der Abbruch von Kirchengebäuden als ultima ratio gesehen, jedoch wird dem Abriss der Vorzug gegeben vor einer nicht adäquaten Nachnutzung. Eine solche wird gesehen in der Umwidmung zu einer Moschee oder Synagoge. Aus Architektensicht verblüfft diese Auffassung mitunter. Während nur die großen christlichen Kirchen von dem Mitgliederschwund betroffen sind, suchen freikirchliche Gemeinden nach neuen Domizilen. Auch jüdische und moslemische Gemeinden benötigen angemessene Gebäude für ihren Glauben. Die kategorische Ablehnung der katholischen Kirche einer Nachnutzung ihrer Sakralbauten durch nichtchristliche Glaubensgemeinschaften als Image schädigend ist zu hinterfragen."


Kolloquium "Das große Kirchensterben"

Die Fachhochschule Koblenz veranstaltet im P. Kentenich-Haus in Vallendar-Schönstatt am 14. November ihr Baukolloquium zum Thema.

Aus der Beschreibung:
"Durch den Rückgang der zahlenden Mitglieder haben die Kirchensteuereinnahmen inzwischen ein so niedriges Niveau erreicht, dass die großen christlichen Kirchen das Problem haben, dass sie den Unterhalt ihres Immobilienbestandes nicht mehr finanzieren können. Viele kirchliche Bauten sind deshalb von der Schließung bedroht.

Nun ist aber eine Kirche keine gewöhnliche Immobilie. Über spirituelle Aspekte hinaus ergibt sich mit der Aufgabe der sakralen Nutzung als Ort des Gottesdienstes und Gebetes ein ganzes Bündel von Fragestellungen in gesellschaftlicher und baukultureller Hinsicht. Es wird nun die Frage einer angemessenen Nach- oder Umnutzung aufgeworfen. Radikale Entscheidungen wurden bereits getroffen und Kirchen abgerissen oder spektakulär umgenutzt.

Die Bistümer und Landeskirchen gehen dabei mit ihren sakralen Bauten, sind sie erst einmal profaniert, oft recht pragmatisch um. Zwar wird der Abbruch von Kirchengebäuden als ultima ratio gesehen, jedoch wird dem Abriss der Vorzug gegeben vor einer nicht adäquaten Nachnutzung. Eine solche wird gesehen in der Umwidmung zu einer Moschee oder Synagoge. Aus Architektensicht verblüfft diese Auffassung mitunter. Während nur die großen christlichen Kirchen von dem Mitgliederschwund betroffen sind, suchen freikirchliche Gemeinden nach neuen Domizilen. Auch jüdische und moslemische Gemeinden benötigen angemessene Gebäude für ihren Glauben. Die kategorische Ablehnung der katholischen Kirche einer Nachnutzung ihrer Sakralbauten durch nichtchristliche Glaubens-gemeinschaften als Image schädigend ist zu hinterfragen.

Kirchen haben über ihre sakrale und spirituelle Bedeutung hinaus in aller Regel auch eine ganz wesentliche städtebauliche Funktion. Als Mittelpunkt von Städten und Gemeinden sind sie ein Identität stiftendes Moment und Wahrzeichen in der Stadtstruktur. Ihr Abbruch oder eine unangemessene Umnutzung greift in wichtige strukturelle städtebauliche Zusammenhänge ein und kann eventuell die Funktion als soziale Mitte nicht mehr ausfüllen."

28.10.06


Detroit: Kirche wird Moschee

Ausnahmsweise ein Blick in die USA. In Detroit wird die Kirche Our Lady Help of Christians profaniert und in eine Moschee umgewandelt. [The Detroit News via Catholic Church Conservation]

5.9.06


Fünf Kirchen im Bistum Hildesheim

Geschlossen, profaniert, verkauft oder abgerissen werden in den nächsten Monaten fünf Kirchen im Bistum Hildesheim:
  • St. Maria Königin, Hitzacker: "Das Gotteshaus ist zwar in baulich gutem Zustand, aber es gibt kaum noch Katholiken am Ort. Die Stadt Hitzacker möchte die Kirche ab Januar 2007 als Stadtbibliothek nutzen. Das Bistum Hildesheim befürwortet das."
  • St. Johannes Evangelist, Alt-Garbsen bei Hannover: "Das Gotteshaus wurde 1967 als Fertigteilkirche errichtet und in den letzten Jahren saniert. Aus finanziellen aber auch seelsorglichen Gründen hat der Kirchenvorstand am 8. Juni 2006 beschlossen, den Bischof um die Profanierung des Gebäudes zu bitten. Das „Heimatwerk“ hat Interesse an dem Grundstück bekundet und wird dort nach dem Abriss der Kirche eventuell Wohnungen für ältere Menschen errichten."
  • St. Barbara, Goslar-Sudmerberg: "Das Gotteshaus wurde 1969 als Beton-Fertigteilkirche errichtet. In den letzten Jahren standen immer häufiger Sanierungsarbeiten an. So dringt zum Beispiel seit Jahren Feuchtigkeit durch die Glasfenster in der Westfront ein, was nie zufriedenstellend behoben werden konnte. Außerdem geht der Gottesdienstbesuch seit Jahren zurück."
  • Hl. Familie, Seesen-Münchehof und St. Oliver, Rhüden: "Die Kirche Hl. Familie wurde 1975 als Beton-Fertigteilkirche errichtet. In dem Kirchengebäude müsste die Heizung erneuert werden. Dringender Sanierungsbedarf besteht vor allem im Pfarrheim. Zugleich verwaist die Filialgemeinde zusehends. Möglicherweise wird die Kirche ab- und in der Ukraine wieder aufgebaut. St. Oliver wurde 1976 als Beton-Fertigteilkirche mit integriertem Pfarrheim errichtet. Der Bauzustand ist gut, aber die Gemeinde verwaist."
Im Bistum Hildesheim wurden seit dem Jahre 2000 folgende Kirchen profaniert:

28. Januar 2003: Angerstein, Zur Göttlichen Vorsehung: Das Grundstück verblieb im Besitz des Bistums, die Kirche wurde an eine Jugendinitiative verkauft, die das Gebäude pflegt.
27. Dezember 2003: Fredenbeck, St. Lukas: Grundstück und Gebäude wurden verkauft und die Kirche abgerissen. Dort stehen heute ein Lebensmittelmarkt und ein Privathaus. Eine Gedenkplakette weist auf die abgerissene Kirche hin.
25. September 2004: Dielmissen, St. Johannes: Grundstück und Gebäude wurden an ein Künstlerehepaar verkauft, das in dem Gebäude ein Atelier einrichten will.
9. Oktober 2004: Salzgitter-Thiede, St. Georg: Die Kapelle war in ein Wohngebäude integriert. Sie wurde verkauft und zu einer Wohnung umgebaut.
19. Februar 2005: Freden, St. Hedwig: Grundstück und Gebäude wurden verkauft. Die Kirche wird abgerissen, dort sollen Wohnhäuser entstehen. [Bistum Hildesheim]

4.9.06


Rettet Bochumer Kirchen!

Die "Bürgeraktion für bedrohte Bochumer Kirchen e.v." hängt nicht nur an Bochums Kirchen, sondern setzt sich ganz praktisch (und steuerabzugsfähig) für sie ein. Allein dort sollen ab spätestens 2008 16 Kirchen nicht mehr "gottesdienstlich genutzt" werden. Nicht nur für Essener Diözesanen interessant!

Auflistung bedrohter Kirchen nach Bistum - z.T., aber nicht nur aus der Wikipedia herausgeholt.