Kirchenschwinden
Ein Blog mit Informationen zu Umnutzung, Verkauf oder Abriß katholischer Kirchen in Deutschland
6.3.13
Brandstiftung in Herz Jesu, Euskirchen
4.3.13
Ev. Corvinuskirche, Hannover
Die evangelische Kirche verfügt über knapp 21 000 Kirchen und Kapellen, mehr als 16 600 davon stehen unter Denkmalschutz. Die katholische Kirche hat 24 500 Kirchen und Kapellen, 23 000 davon sind denkmalgeschützt. In den vergangenen zehn Jahren wurden 0,4 Prozent der katholischen Kirchengebäude verkauft oder abgerissen.In Hannover sind die Gemeinden der evangelischen Landeskirche dabei, sich von einer ganzen Reihe ihrer Kirchen zu trennen. Eine Liste aus der HAZ:
- Gustav-Adolf-Kirche (Leinhausen): Die liberale jüdische Gemeinde hat die Kirche übernommen und umgebaut. Sie dient heute als Synagoge und Gemeindezentrum mit Kindergarten.
- Matthias-Gemeinde (Buchholz): Die Gemeinde hat ihr Gemeindehaus mit Kirchenraum In den Sieben Stücken aufgegeben. Dort ist heute ein Therapiezentrum für Jugendliche untergebracht.
- Messias-Gemeinde (Buchholz): Die Kirche der Messias-Gemeinde wurde abgerissen. Das Grundstück fiel an die Klosterkammer zurück, die es verkauft hat.
- Maria-Magdalenen-Gemeinde (Ricklingen): Die Gemeinde hat ihr Gemeindezentrum mit Kirche verkauft. Dort ist die bucharische jüdische Gemeinde untergekommen.
- Corvinuskirche (Stöcken): Die Kirche ist bereits entwidmet.
- Bodelschwingh-Kirche (Ledeburg): Die Gemeinden wollen die katholische St.-Christopherus-Kirche am Stöckener Markt übernehmen und den Katholiken ein Nutzungsrecht einräumen. Die Verhandlungen über die Details ziehen sich aber seit längerer Zeit hin. Wenn Verhandlungen und Baumaßnahmen an der Christopherus-Kirche abgeschlossen sind, will die evangelische Gemeinde die Bodelschwingh-Kirche aufgeben.
- Nazareth-Kirche (Südstadt): Die Südstädter Kirchengemeinde will einen Teil der Nazareth-Kirche umfunktionieren. Der aktuell nicht genutzte Raum unter der Empore soll zu einem Kolumbarium umgebaut werden, einer Ruhestätte für Urnen. Das Hauptschiff dient weiter als Kirche. Die Gemeinde will damit dem Wunsch nachkommen, wohnortnah bestattet zu werden.
- Athanasius-Kirche: In den Gemeinderäumen ist bereits das Haus der Religionen aktiv. Die Südstädter Kirchengemeinde, zu der auch Paulus- und Nazareth-Kirche gehören, will die Athanasius-Kirche wahrscheinlich zum zweiten Halbjahr 2013 entwidmen. Die Gemeinde will den Raum dann als eine Art Stadtteilzentrum besonders für Jugendliche und Familien öffnen.
- Johannes- und Matthäus-Gemeinde (List): Die fusionierte Gemeinde verfügt über zwei Gotteshäuser. Es gibt jetzt erste Gespräche über die Aufgabe eines Gebäudes als Gottesdienstraum. Die frei werdende Kirche könnte nach der Entwidmung gemeinsam von der Gemeinde und Initiativen im Stadtteil genutzt werden.
Eine Buchempfehlung zum Thema Umnutzung profanisierter Kirchen als Kolumbarien
Buchempfehlung: Tot in die Kirche? Rechtliche und liturgische Aspekte der Profanierung von Kirchen und ihre Umnutzung zu Kolumbarien
Gedanken zu diesem Thema und aktuellen Veröffentlichungen macht sich auch der Blog "Eucist News". Den betreffenden Blogeintrag können Sie hier lesen:
http://cistercium.blogspot.de/2012/12/profanierung-und-umnutzung-von.html
Profanierung der St. Josef Kirche in Hamm, Hessen (mit Link zur Fotoserie)
http://www.wa.de/lokales/hamm/stadt-hamm/profanierung-josef-kirche-hamm-2697277.html
Die Gemeinde welche sich in Hessen befindet habe bis zum Schluss Widerstand gegen die Profanierung geleistet, zum letzten Gottesdienst am 12. Januar 2013 mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn erschienen dann ca. 400 Gläubige. Ausführliche Infos über den gesamten Prozess finden sich unter folgenden Links:
http://www.wa.de/lokales/hamm/heessen/hamm-heessen-glocken-st-josef-kirche-immer-verstummt-gotteshaus-profaniert-2697650.html
http://www.wa.de/lokales/hamm/heessen/profanierung-kirche-josef-wird-vorbereitet-2325346.html
Mit Foto der zerlegten Orgel welche nach Polen transportiert werden sollte:
http://www.wa.de/lokales/hamm/heessen/kirche-josef-wird-ausgeraeumt-heessen-2703102.html
St. Ludgerus im Kreis Warendorf, Ennigerloh
Der ganze Artikel findet sich hier:
http://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreiswarendorf/ennigerloh/Profanierung-gleicht-einer-Beerdigung-bd3b42ee-7255-48c8-a5e3-9b4d222fc470-ds
8.2.13
Einbruch in St. Goar, Flieden
Im Zeitraum von Samstag (03.02.), 17:45 Uhr, bis Sonntag (04.02.), 15:45 Uhr, brachen Unbekannte in die Kirche St. Goar in der Hauptstraße ein. Sie plünderten aus dem Opferstock der Krippe Münzgeld. Dabei beschädigten sie auch eine hölzerne Krippenfigur. Die Täter gelangten in die Kirche, indem sie die Außentür der Nebensakristei aufbrachen. Von dort aus konnten sie über die Sakristei in die Kirche vordringen. Für nicht einmal hundert Euro Diebesgut richteten die Einbrecher Sachschaden in vierstelliger Höhe an.
Quelle: Osthessen-News
Eine neue Spur gibt es im Fall des Einbruchs in die Kirche St. Goar in Flieden. Unbekannte hatten vermutlich in der Nacht von Sonntag (03.02.) auf Montag (04.02.) den Opferstock in der Kirche aufgebrochen und eine hölzerne Krippenfigur beschädigt. Nach den Ermittlungen der Fuldaer Kripo besteht nun auch die Möglichkeit, dass der oder die Einbrecher sich nach der Vesper am Sonntagabend in der Kirche einschließen ließen.
Quelle: Osthessen-News
Kirchenschändungen in Deutschland
Ein Pogrom (m., auch n.) ist die gewaltsame Ausschreitung gegen Menschen, die entweder einer abgrenzbaren gesellschaftlichen Gruppe angehören oder aber von den Tätern einer realen bzw. vermeintlichen gesellschaftlichen Gruppe zugeordnet werden. Häufig sind es politische Gruppen (z. B. Menschen einer Partei) oder religiöse Gruppen (z. B: religiöse Minderheiten). Früher verwendete man den Begriff nur, um Ausschreitungen gegenüber Juden zu benennen; der Sprachgebrauch hat sich ausgedehnt.
Quelle: Wikipedia
Es ist an der Zeit für eine neue Kategorie in diesem Blog. Seit 2005 haben wir hier mehr oder weniger sporadisch das langsame, kontinuierliche Verschwinden sakraler Architektur in Deutschland dokumentiert. Dabei handelt es sich um einen einigermaßen geordneten, von den kirchlichen Eigentümern selbst gesteuerten Prozess.
Doch was nun geschieht und ab jetzt auch hier dokumentiert werden soll, sind Anschläge, Übergriffe, Attentate auf Kirchen - mit einem Wort: Kirchenschändungen. Wir dürfen nicht mehr wegsehen und uns nicht einreden lassen, es handele sich um bedauerliche Einzelfälle. Dem ist nicht so. Tobias Heinz dokumentiert allein sieben Kirchenschändungen seit dem Jahreswechsel. Seine Liste ist lang, obwohl sie nur bis 2011 zurückreicht.
Das jüngste Ereignis liegt erst wenige Tage zurück: Einbrecher haben die katholische Kirche in Dorsten heimgesucht und anschließend Feuer gelegt.
Mitte Januar wurde in die Kirche St. Cyriakus im Dürener Stadtteil Niederau eingebrochen. Diese Kirche soll noch in diesem Jahr entwidmet werden.
Schlimm traf es Anfang Januar auch die Kirche St. Christophorus in Hannover-Stöcken. Hier wurde u.a. der Tabernakel aufgebrochen und zerstört. Auch den Weihnachtsbaum warfen die Einbrecher um.
Mit Dank an Josef Bordat für den Hinweis.
17.1.13
Noch drei Fälle von Kirchenschwund gegen Ende 2012
Das "Beste" zuerst: Eine ehemalige evangelisch-lutherische Kirche, die Gerhard-Uhlhornkirche in Linden-Nord (Hannover), wird im Internet zum Verkauf angeboten, und zwar als "Einzimmerwohnung", Altar, Orgel und Kirchenbänke inklusive. So zumindest teilte es die Hannoversche Allgemeine im November mit. Nicht jede Folgenutzung würde jedoch akzeptiert. Das Gebäude selbst wurde erst im Jahr 1963 entworfen und ist damit noch recht jung. Aufgrund von Mitgliederschwund in der Gemeinde hatte man sich aber bereits 2009 schon mit einer anderen Nachbargemeinde zusammengeschlossen. (Quelle: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Kirche-im-Internet-zu-verkaufen vom 13.11.2012)
Im Norden, und zwar im Cuxland, wurde die Stubbener Sankt-Johannes-Kirche verkauft. Auch hierbei handelt es sich um eine ehemals evangelisch-lutherische Kirche. Der Käufer hatte sich im Oktober noch nicht festgelegt, wie er das Gebäude in Zukunft nutzen möchte. Ein Gottesdienst zur Entwidmung fand am 14. Oktober 2012 statt. Grund für die Auflösung waren ein Mangel an finanziellen Mitteln, da die Kirche stark sanierungsbedürftig sei, so wie ein drastischer Rückgang an Gemeindemitgliedern. Ursprünglich war die Stubbener Gemeinde im Jahr 1949 von polnischen Flüchtlingen gegründet worden. Zuletzt zählte die Gemeinde nach Angaben nur noch 18 Mitglieder.
(Quelle: http://www.nordsee-zeitung.de/index.php?artikel=-Kirche-in-Stubben-ist-verkauft-&arid=816692&pageid=17 vom 05.10.2012)
Die Märkische Oderzeitung berichtete am 20.09.2012, dass die Tornower Kirche an einen Privatier aus Berlin verkauft wird. Das Gebäude befand sich zuletzt in so schlechtem Zustand, dass auch keine sporadischen Gottesdienste mehr stattfinden durften. Die Gemeinde konnte sich eine Sarnierung nicht leisten. Die gute Nachricht trotz allem: Auf das Glockenläuten zum Jahreswechsel und bei Gottesdiensten im Pfarrhaus müssen die Anwohner nicht verzichten, dieses Recht möchten sie sich vertraglich einräumen lassen. (Quelle: http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1038416 )
30.12.12
Rückgabe statt Aufgabe? Was geschieht mit den schwindenden Kirchen der Reformation?
Nehme ich die letzten beiden Einträge in diesem Blog einmal zusammen, dann drängt sich ein Thema förmlich auf: Was wird eigentlich mit heute evangelischen Kirchen geschehen, die bis zur Reformation katholisch waren, wenn sie in absehbarer Zeit aufgegeben werden müssen?
Das ist keineswegs eine rein theoretische Frage. So wurde bereits vor Jahren diskutiert, die Kirche Ss. Cosmae et Damiani in Stade in ein Museum umzuwandeln. Und im Alten Land sollen mittelfristig nur drei von heute zehn Kirchen aus Kirchensteuermitteln finanziert werden. Ob es gelingt, die übrigen weiterhin zu unterhalten?
Sind nicht die katholischen Bistümer in der Pflicht, diese historischen Kirchen zu erhalten, wenn die evangelischen Landeskirchen dazu nicht mehr in der Lage sind? Und müssten die ehemals katholischen Kirchen nicht zurückgegeben werden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden und nicht mehr finanziert werden können?
Wahrscheinlich wird es auf diese Fragen keine allgemeingültigen Antworten geben. Es wird in jedem Einzelfall und anhand der Situation an Ort und Stelle zu entscheiden sein, was mit den Kirchen geschehen soll. Doch tun wir gut daran, rechtzeitig darüber nachzudenken und die Diskussion zu führen, um nicht irgendwann von der konkreten Frage überrascht zu werden.
Im Grunde müssten die Bistümer heute schon Pläne entwickeln und für die mögliche Finanzierung Vorsorge treffen. Und das Gespräch mit den evangelischen Landeskirchen aufnehmen. Denkbar ist ja durchaus auch die Lösung, Simultankirchen zu schaffen - womöglich sogar oft die beste Variante.
Denn in diesem Fall können sich Bistümer und Landeskirchen die Finanzierung teilen und die Gemeinden die Nutzung. Was im günstigsten Fall auch die Ökumene voranbringen könnte.
Wider das Kirchensterben
Etwa zehn Kirchen oder Gemeindehäuser ereilt dieses Schicksal allein in der Evangelischen Kirche im Rheinland - jedes Jahr. Das Bistum Essen, das just in jenem Jahr 1958 gegründet wurde, als im Ruhrgebiet das Zechensterben begann, hat fast jeden dritten Kirchenraum zur Disposition gestellt. Andernorts hat das Kirchensterben noch nicht mit jener Wucht eingesetzt, die neben den betroffenen Gläubigen auch immer wieder Kommunalpolitiker und Denkmalschützer auf den Plan ruft.Am Schluss seines Artikels bringt der Autor auf den Punkt, was Kirchen über die rein materielle Funktion eines Gebäudes hinaus bedeuten.
Gerade an Feiertagen wie Weihnachten, aber auch an Tagen persönlicher wie kollektiver Trauer zeigt sich, dass selbst die unscheinbarste Kirche mehr ist als ein seelenloser Versammlungsraum für eine zunehmend kleiner werdende Zahl religiöser Virtuosen mit seltsam anmutenden Zeremonien. Als Gedenk- und Erinnerungsort vergegenwärtigen sie die Vergangenheit, als Orte des Heiligen transzendieren sie die Gegenwart, als Stein gewordener Glaube bezeugen sie die sprachlich kaum fassbare Hoffnung auf Ewigkeit. Genau deswegen waren und sind Kirchen den Ideologen jeder Couleur stets ein Dorn im Auge gewesen, genau deswegen scharen sich noch heute Bürger, die an allem zweifeln, um ihre von Ideologien jeder Art bedrohten Kirchen. Genau deswegen werden auch heute noch Kirchen gebaut.
Neue Simultankirche in Coppenbrügge
28.12.12
Bleibt vorerst: St. Josef, Volpriehausen
Die sonntäglichen Gottesdienste würden laut Hieber von 30 bis 40 Katholiken besucht, und auch auf die intakte Bausubstanz der Kirche sei hingewiesen worden. Außerdem haben der Pastoralrat, die Stadt Uslar und Ortsbürgermeister Gerd Kimpel dem Folgeantrag „unterstützende Stellungnahmen“ zugefügt, mit dem Wunsch, die für 2014 vorgesehene Stilllegung weiter zu verschieben. Jetzt sei die Nachricht vom Bistum Hildesheim eingetroffen, die keine Schließung in den kommenden sechs Jahren vorsieht. „Die Gemeinde in Uslar und die Gläubigen der Filialkirche können dem Jahr 2019 mit Ruhe entgegen sehen“, schreibt Bertold Hieber. Er führt die erneute Verschiebung der Schließung auf das „aktive pastorale Leben und die aktive Gestaltung des Gemeindelebens in der Filialkirche“ zurück, das es zu erhalten gelte.
27.11.12
Tschechische Dorfkirche einsturzgefährdet
25.11.12
Jetzt auch auf Twitter
24.11.12
Ev. Gutleutkirche, Frankfurt a.M.
Fotos: Götz Diergarten, Ffm
Mit Dank an Wilhelm Opatz
Mitblogger gesucht
22.11.12
Kirchenschwinden im Bistum Hildesheim geht weiter
Im Jahr 1998 besuchten im Durchschnitt 15,1 Prozent der Gemeindemitglieder den Sonntagsgottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul. Sieben Jahre später waren es nur noch 6,9 Prozent.Nur drei Tage zuvor hatte Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger die Kirche St. Barbara in Hänigsen profaniert. Die Zahlen sehen auch hier ganz ähnlich aus:
Der Gottesdienstbesuch in der früheren Pfarrgemeinde St. Matthias in Uetze, der St. Barbara in Hänigsen als Filialgemeinde angehörte, ging von 9,9 Prozent im Jahr 1998 auf 5,8 Prozent im Jahre 2005 zurück. Auch in der neuen Pfarrgemeinde St. Nikolaus ist er weiter rückläufig.Bereits notiert hatte ich die Schließungen der Kirchen Maria Königin der Apostel in Coppenbrügge und St. Johannes Maria Vianney in Clenze. Nachzutragen wäre noch die Profanierung der Kirche Heilig Kreuz in Pattensen-Schulenburg durch den Hildesheimer Bischof Norbert Trelle am 14. April 2012. Die Zahlen, diesmal nicht prozentual, sondern absolut, sprechen für sich:
Im Jahr 1988 besuchten im Durchschnitt 104 Gläubige die Gottesdienste in der Heilig-Kreuz-Kirche. Im Jahr 2006 waren es nur noch 61, also 41 Prozent weniger.
Moderne Kirchen in Frankfurt am Main
Das Buch zeigt insgesamt 25 Kirchen und Gemeindehäuser aus der Nachkriegszeit, darunter je elf katholische und evangelische Sakralbauten. Niggli-Verlag, 192 Seiten, 42 Euro.
26.8.12
St. Johannes Maria Vianney, Clenze
Das Haus mit dem Turm, das im Wohngebiet von Clenze steht, war 50 Jahre lang eine katholische Kirche. In einer guten Stunde wird das Haus ein Haus mit einem Turm sein, von dem niemand weiß, wie es künftig verwendet werden soll. Clenze ist ein kleiner niedersächsischer Ort im Landkreis Lüchow-Dannenberg, knapp 80 Kilometer nördlich von Wolfsburg gelegen. An einer Straße, wo sich verklinkerte Einfamilienhäuser aneinanderreihen, steht die Kirche. Flach ist sie und ebenfalls verklinkert, und wäre da nicht der karge weiße Turm, an dem nun die beiden Glocken das Ende der Kirche einläuten, sie wäre kaum von einer Turnhalle zu unterscheiden.Das Bistum selbst referiert, wie in diesen Fällen gewohnt sachlich, die Fakten:
Bischof Norbert Trelle hat diese Kirche im September 2009 bei der „Einstufung der Pfarrkirchen und Filialkirchen im Bistum Hildesheim“ nach Anhörung des Priesterrates zur Schließung vorgesehen. Hintergrund war, dass die Bevölkerung im Wendland bereits in den vergangenen 20 Jahren deutlich gesunken ist. Nach Angaben der zuständigen Ämter wird sie bis zum Jahr 2025 um weitere 12,3 Prozent zurück gehen. Entsprechend sinkt auch die Zahl der Katholiken in der Pfarrgemeinde. Im Jahr 1998 besuchten im Durchschnitt 4,3 Prozent der Gläubigen die Gottesdienste in Clenze. Im Jahr 2006 waren es nur noch 3,2 Prozent. Ein weiterer Aspekt, wenn auch weniger wichtig, ist der bauliche Zustand des Gebäudes. Die Finanzmittel des Bistums für Bauten und Reparaturen reichen bei weitem nicht aus, um den Wert aller Immobilien zu erhalten und neue Investitionen damit zu finanzieren. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass der Zustand der Kirche schlecht ist. Die Schäden an der Bausubstanz sind mittlerweile so gravierend, dass umfassende Sanierungsmaßnahmen für mehr als 330.000 Euro notwendig wären.Der Grundstein für die ehemalige Kirche wurde um Juni 1961 gelegt, ein Jahr später war die Weihe. Die Schließung gehört in den größeren Kontext von Kirchenschließungen im Bistum Hildesheim. Laut FAZ sind inzwischen mehr als 30 Kirchen geschlossen worden.
St. Johannes Evangelist in Dielmissen ist jetzt ein Wohnhaus. St. Oliver in Rhüden hat ein Musikverein gekauft. In St. Johannes der Täufer in Peine-Stederdorf ist eine Kinderkrippe eingezogen. Heilig Kreuz in Wunstorf-Luthe wurde abgerissen, ebenso St. Nikolaus in Bremerhaven oder St. Lukas in Stade-Fredenbeck.
28.5.12
Maria Königin der Apostel, Coppenbrügge
Die Kirche „Maria Königin der Apostel“ in Coppenbrügge wird profaniert und verliert damit ihre Funktion als Ort für Gottesdienste. Das hat der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle entschieden. Der Bischof selbst wird den Profanierungsgottesdienst am Samstag, 9. Juni, um 18 Uhr leiten. Die Kirche „Maria Königin der Apostel“ in Coppenbrügge ist eine Filialkirche der Pfarrgemeinde „St. Joseph“ in Gronau, zu der auch noch die Filialkirchen „Hl. Petrus zu den Ketten“ in Elze, „St. Marien“ in Elze-Mehle und „St. Benedikt“ in Salzhemmendorf-Lauenstein sowie die Kapelle „St. Joseph“ in Eitzum gehören. Die Fertigteilkirche wurde 1968 geweiht. Der Künstler Hanns Joachim Klug entwarf damals Altar, Tabernakel, die Taufsteinanlage und weitere Einrichtungsgegenstände wie das Altarkreuz und den Osterleuchter.
23.4.11
Kirchenrettung - Maria in Hanauer Tracht
Der Spraykünstler Stefan Strumbel gestaltet sie neu, unterstützt von Pfarrer, Gemeine und Diözese.
8.9.10
St. Magdalenen, Sehnde-Evern
Eine Nachricht aus meinem Heimatbistum:Die Kapelle St. Magdalenen in Sehnde-Evern wird profaniert und verliert damit ihre Funktion als Ort für Gottesdienste. Das hat der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle entschieden. Generalvikar Dr. Werner Schreer wird den Profanierungsgottesdienst am Sonntag, 12. September, um 10.30 Uhr leiten.Die Kapelle ist eine Filialkirche der Pfarrgemeinde „St. Marien“ in Sehnde. Sie wurde zu Ostern 1955 geweiht.
Die Kapelle St. Magdalenen ist Eigentum des Bischöflichen Stuhls. Sie soll nach der Profanierung abgerissen und das Grundstück als Bauplatz verkauft werden. Ein Tabernakel von Hanns Joachim Klug aus Hannover wird in der Pfarrkirche Heilige Engel in Peine Verwendung finden.
29.11.09
Auferstehungskirche, Sailauf (Bistum Würzburg)
Für den Interessierten gibt es im Web mehr als genug Material, um sich über diese Angelegenheit, die in der Pfarrgemeinde und im Dorf tiefe Wunden geschlagen hat, zu informieren. Z.B.:
- der Artikel über die Auferstehungskirche auf der Pfarrei-Website;
- ein Interview mit dem (damaligen) Ortspfarrer Klaus König (pdf), interessant auch wegen seiner liturgietheologischen Beobachtungen. (Im damaligen Kontext wirkte es jedoch seeehr polarisierend...);
- Berichte von FAZ und Bayerischem Rundfunk;
- zwei Websites von "Abrißgegnern", einmal von Thorsten M. Stenger und zum andern kirchenabriss.de.
12.9.09
Neuorientierung moderner Kirchenbauten – Umgang mit einem schwierigen Gebäudetypus
Aus der Ankündigung:
"Die Architektur der 1960er Jahre wird oft mit „Betonbrutalismus“ und Großstrukturen assoziiert. Zudem sind viele der Gebäude dieser Zeit in die Jahre gekommen, sind sanierungsbedürftig und haben dadurch an Attraktivität verloren.
Letzteres trifft auch auf eine Vielzahl von Kirchengebäuden zu, die in Nordrhein-Westfalen in der Diskussion stehen, weil Kirchenfinanzen und die Zahl der Gemeindemitglieder stark rückgängig sind. Vermutlich ist in den nächsten Jahren bei einem Viertel der Kirchen über eine Umnutzung nachzudenken."
Und bei der Gelegenheit der Hinweis auf die gedruckte Ausgabe der Beiträge eines Symposiums zum Thema, das 2006 in Vallendar-Schönstatt stattfand:
Das letzte Abendmahl: Umnutzung, Verkauf und Abriss von Kirchengebäuden in Deutschland, VDG Verlag, 2008, 20 €
25.8.09
St. Martin, Schneeren und St. Marien, Mandelsloh
Der letzte Gottesdienst fand am 5. Juni in der Kirche statt. In der Pfarrgemeinde Sankt Peter und Paul ist die Kirche Sankt Martin bereits das zweite Gotteshaus, das binnen kurzer Zeit aufgegeben wird. Am 2. Juni war die Kirche Unbeflecktes Herz Maria in Mandelsloh geschlossen worden.
ddp schreibt:
Grund für die Schließung beider Kirchen ist die geringe Zahl an Gemeindemitgliedern. Sankt Martin befindet sich laut eines Gutachtens zudem in einem schlechten Bauzustand. Das Gotteshaus war 1969 als Fertigteilkirche errichtet worden. Für die Instandhaltung hätten rund 250 000 Euro aufgebracht werden müssen. Im Bistum Hildesheim ist Sankt Martin den Angaben nach die 20. Kirche, die seit 2003 profaniert wurde.
St. Barbara, Goslar
Der Abriss einer weiteren ungenutzten katholischen Kirche steht bevor. Die Verhandlungen mit einem Privatunternehmen über den Verkauf der seit 2006 nicht mehr als Gotteshaus genutzten St. Barbarakirche in Goslar „stehen vor dem Abschluss“, sagte der Sprecher des Bistums Hildesheim, Michael Lukas, am Dienstag. Nach Informationen der „Goslarschen Zeitung“ soll das in den 1970er Jahren in Fertigbauweise errichtete Gebäude anschließend abgerissen werden. Seit 2003 wurden im Bistum Hildesheim 23 Kirchen aufgegeben und zwei davon bereits abgerissen, sagte Lukas. Bis 2020 ist die Schließung einiger Dutzend weiterer Kirchen geplant.Mehr zu den Kirchenschließungen im Bistum Hildesheim.
27.5.09
Dinslaken: Heilig-Blut und evangelische Christuskirche
Einzelheiten in "Der Westen".
Thomas zeigt in seinem Abendland Bilder einer Ausstellung mit Werken von Rainer Höpken zum Abriß der evangelischen Christuskirche: "Der Turm stürzt ein".
Sehenswert u.a. der "Kirchenpoker".
1.5.09
Die Karte zum Thema
8.11.08
St. Elisabeth, Münster: Vermehrzweckt
"Pfarrer Martin Sinnhuber ist ein Stein vom Herzen gefallen. Wegen St. Elisabeth. Die Kirche – die mit Blick auf den Pastoralplan zur Disposition stand – wird nicht abgerissen. Sie wird jedoch am 16. November in einem Gottesdienst um 10.30 Uhr von Weihbischof Dr. Franz-Josef Overbeck entweiht. Damit wird der Weg freigemacht für eine ganz neue Nutzung des Gotteshauses, das sich in einen Kultur- und Mehrzweckraum verwandeln wird.
Am Abend soll es in der Kirche an der Hamburger Straße nach der Umgestaltung kulturell zugehen. Beispielsweise mit Konzerten und Lesungen. „Die Holzdecke sorgt für eine hervorragende Akustik“, sagt der Pfarrer. Dagegen sollen tagsüber Kinder den Mehrzweckraum mit Leben erfüllen. Die Montessori-Schule, die im Aschendorff-Verlag an der Soester Straße ihren Schulbetrieb hat, braucht eine Bewegungsfläche. Und auch der Kindergarten St. Elisabeth soll die Räumlichkeit für seine kreative Arbeit nutzen. (...)
Behutsam soll der Eingriff in den Kirchenraum erfolgen. Der Altarraum ist als Bühnenfläche vorgesehen. Der Boden wird erneuert, Bistro und Sanitärräume sollen im vorderen Bereich der Kirche angesiedelt sein. Das Pfarrheim und das Pfarrhaus werden dagegen abgerissen. Dafür wird Wohnraum geschaffen – für ein soziales Projekt in kirchlicher Trägerschaft."
5.10.08
Katholisches Kirchenschwinden - auch in England
Und so schließt er, nach einer Tour quer durch die Diözesen:
"The current crisis provides the clearest evidence that some Catholic bishops are behaving in a high-handed way towards congregations to a degree unthinkable in most other churches in England. The result is both crushing and alienating to congregations and communities. The closing of a church does not solve the problem, as disposal can still be contentious and time-consuming. Faced with declining numbers of priests, English dioceses should look to an empowered laity, who up and down the country, are showing passionate concern for many much-loved churches."
(Herzlichen Dank an unseren Leser M.C. für den Hinweis.)
11.8.08
Herz Jesu Ratingen
„In Zukunft wird man hier wohl eher Kaffeeduft statt Weihrauchschwaden riechen."Die katholische öffentliche Bücherei ist in den Seitenflügel der Herz Jesu-Kirche umgezogen, nachdem die Kirchengemeinde im letzten Jahr das Gebäude von Pfarrsaal und Bücherei verkauft hat. Auf zwei Etagen können 10.000 Medien ausgeliehen werden.
Alle sind glücklich:
„Wir wollen aber nicht darüber jammern, was in der Kirche den Bach heruntergeht, sondern uns über den Gewinn neuer Möglichkeiten freuen“, so Pfarrer Bünnagel. Was beim Umbau herausgekommen ist, ist in vieler Hinsicht sogar besser als die alte Bücherei. „Wir haben platzmäßig vom Umzug profitiert“, sagte Hildegard Pollheim, ehrenamtliche Büchereileiterin. Besonders der Kinderbereich sei größer geworden, was der Leseförderung zugute komme. Er lädt mit bunten Sitzkisten und Regalen voll Büchern, Computer- und Brettspielen zum Stöbern und Verweilen ein. „Ich finde es toll, dass es eine Spielecke für die kleineren Kinder gibt, so nerven die nicht mehr beim Lesen“, meinte Alexander (9). Den einzigen Nachteil sieht Pollheim darin, dass der Eingang zur Bücherei von der Straße aus nicht zu sehen ist – er liegt hinter der Kirche. Hier setze man auf Flyer und Mundpropaganda. „Durch den Umzug haben wir unseren Bestand gründlich aussortiert und haben jetzt ein wirklich aktuelles Angebot“, so Pollheim.
26.6.08
Wandel durch Abriß
Der Altar ist abgeräumt, das ewige Licht aus der Wand gerissen. Doch die Wunde im Mauerwerk schreibt die Kreuzesform auch jetzt noch wie ein nicht verlöschendes Zeichen über den Tisch des Herrn - so als sei das Sinnbild dem Bauwerk eingebrannt. Christkönig in Kaiserslautern, die Backsteinkirche im Villenviertel auf dem Lämmchesberg, ist ausgeweidet bis auf die roten Außenmauern und die haushohen Kirchenfenster, in denen sich hundertfach das Christ-König-Motiv, die Krone, wiederholt. Im Herbst 2007 wurde die Kirche profaniert, vor einem halben Jahr verkauft - bald rücken die Betonmischer an, um den Baukörper für "neue Nutzungen" umzugestalten...
Für manchen Kirchenoberen haftet diesen "Bürgerinitiativen" etwas Unheimliches, das Selbstverständnis der Kirche Verletzendes an, stehen doch Ausmaß und Breitenwirkung der Proteste in krassem Gegensatz zur Schrumpfung der Gemeinden, zum Leerstand von Kirchen und zum Rückgang der Kirchensteuereinnahmen, die vielerorts die Unterhaltung kirchlicher Gebäude zu einer kaum lösbaren administrativen Aufgabe machen...
Mehr Wandel? Die Bürgerinitiativen für die Rettung bedrohter Kirchen setzen sich offensichtlich für etwas anderes ein. Gläubige und Kirchenleitungen scheinen aneinander vorbeizureden. In Kaiserslautern wurde der einzige authentische Zeuge, der Katholik und Nachbar Jäger, zwar freundlich angehört, aber kein Kongressteilnehmer verspürte ein Interesse, die nur 100 Meter entfernte Abrisskirche Christkönig vor dem Umbau zum Appartementhaus noch einmal zu betreten. Den Fürsprechern des "Wandels" geht es nicht um bestehende Kirchen - sie wollen eine neue, veränderte Kirche. Bürgerinitiativen zur Rettung gefährdeter Kirchen sind ihnen suspekt...
Offenbar ist es nicht der Leerstand, sondern die Faszination des "Wandels", der bei der Schließung von Kirchen Pate steht. Im Rausch der Veränderungsmanie spielt die Gefühlslage der Gläubigen offenbar keine Rolle. Die Fördervereine für alte Kirchen, die Widerstandsveranstaltungen gegen Kirchenschließungen, die großen "Events" unter freiem Himmel und die Wallfahrten nach Rom scheinen bei der Absicht nur zu stören, der "neuen" Kirche auch mit neuen Nutzungsideen inhaltlich und baulich Gestalt zu geben.
Kirchliches Leben hat nichts mit Protz und Prunk zu tun, auch wenn die Kirche keinen Anlass hat, sich in Sack und Asche zu kleiden. Aber das kirchliche Gebäude, so hat es Preußens großer Baumeister Karl Friedrich Schinkel einmal ausgedrückt, soll Gott darstellen. Und seinen Standeskollegen empfahl er, sich dieser Bauaufgabe in "Resignation" (d.i. Demut) zu widmen.
15.3.08
St. Georg, Adlum
Pfarrer Winfried Henze bittet dort die Kirchenbesucher um ihr Gebet:
"Dieses Gotteshaus ist vom Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim als 'entbehrlich' eingestuft worden. Alle, die es betreten, sind eingeladen, für unseren Bischof und die Mitglieder seiner Verwaltung um die Gaben des Heiligen Geistes zu beten, besonders um den Geist der Weisheit und des Verstandes."
Direkte Pläne zur Schließung oder Profanierung der Kirche gibt es laut Göttinger Tageblatt nicht, jedoch wird sie zu den "nicht unbedingt notwendigen" Kirchengebäuden gezählt, für die das Bistum die Baukostenzuschüsse einstellen will.
Das Göttinger Tageblatt weiter:
Pfarrer Henze bezeichnete die Schließungspläne in der „Hildesheimer Zeitung“ als Katastrophe. Er wies darauf hin, dass sich das Bistum gar nicht von der Adlumer Kirche trennen könne, weil diese der Kirchengemeinde gehöre. Wenn das Bistum die Bauzuschüsse streiche, könne es doch der Gemeinde die Miet- und Pachteinnahmen überlassen, die sie bisher ans Bistum abgegeben hat.Im Bistum hieß es gestern, dass Pfarrer Henze seine Vorschläge in den zuständigen Gremien diskutieren müsse.
Generalvikar Werner Schreer zeigte sich stark berührt von der „emotional aufgeladenen Kritik“. Bei allem Verständnis dafür, dass die Menschen an ihren Kirchen hängen, gebe es angesichts der sinkenden Zahlen von Katholiken, keinen anderen Weg, als sich von Gotteshäusern zu trennen. „An vielen Orten trauen wir den Menschen auch zu, dass sie die Erhaltung ihrer Kirche selbst in die Hand nehmen können“, erklärte Schreer. Deshalb werde das Bistum viele Kirchen „den Menschen vor Ort anvertrauen“.
St. Elisabeth, Münster
Über die weitere Nutzung ist noch nicht entschieden; aktuell sollen mehrere Architekten um Entwürfe für das Gelände gebeten werden.
10.3.08
15 bis 20 Kirchen in Frankfurt
25.2.08
Philipp Larkin: Church Going
Ja, es geht um das Kirchensterben und um das, was uns fehlt, wenn die Kirchen fehlen:
Philipp Larkin: Church Going
Once I am sure there's nothing going on
I step inside, letting the door thud shut.
Another church: matting, seats, and stone,
And little books; sprawlings of flowers, cut
For Sunday, brownish now; some brass and stuff
Up at the holy end; the small neat organ;
And a tense, musty, unignorable silence,
Brewed God knows how long. Hatless, I take off
My cycle-clips in awkward reverence.
Move forward, run my hand around the font.
From where I stand, the roof looks almost new -
Cleaned, or restored? Someone would know: I don't.
Mounting the lectern, I peruse a few
Hectoring large-scale verses, and pronounce
'Here endeth' much more loudly than I'd meant.
The echoes snigger briefly. Back at the door
I sign the book, donate an Irish sixpence,
Reflect the place was not worth stopping for.
Yet stop I did: in fact I often do,
And always end much at a loss like this,
Wondering what to look for; wondering, too,
When churches will fall completely out of use
What we shall turn them into, if we shall keep
A few cathedrals chronically on show,
Their parchment, plate and pyx in locked cases,
And let the rest rent-free to rain and sheep.
Shall we avoid them as unlucky places?
Or, after dark, will dubious women come
To make their children touch a particular stone;
Pick simples for a cancer; or on some
Advised night see walking a dead one?
Power of some sort will go on
In games, in riddles, seemingly at random;
But superstition, like belief, must die,
And what remains when disbelief has gone?
Grass, weedy pavement, brambles, buttress, sky,
A shape less recognisable each week,
A purpose more obscure. I wonder who
Will be the last, the very last, to seek
This place for what it was; one of the crew
That tap and jot and know what rood-lofts were?
Some ruin-bibber, randy for antique,
Or Christmas-addict, counting on a whiff
Of gown-and-bands and organ-pipes and myrrh?
Or will he be my representative,
Bored, uninformed, knowing the ghostly silt
Dispersed, yet tending to this cross of ground
Through suburb scrub because it held unspilt
So long and equably what since is found
Only in separation - marriage, and birth,
And death, and thoughts of these - for which was built
This special shell? For, though I've no idea
What this accoutred frowsty barn is worth,
It pleases me to stand in silence here;
A serious house on serious earth it is,
In whose blent air all our compulsions meet,
Are recognized, and robed as destinies.
And that much never can be obsolete,
Since someone will forever be surprising
A hunger in himself to be more serious,
And gravitating with it to this ground,
Which, he once heard, was proper to grow wise in,
If only that so many dead lie round.
[Nach Horstmann:
(...)
Doch hab ich trotzdem angehalten; passiert mir oft
und mehr als oft bin ich so ratlos wie auch hier,
und frag mich, was soll sich schon zeigen unverhofft
und was wird werden, wenn die letzte Seele dies Geviert
verlassen hat. Worin verwandelt sich’s, wenn wir nur noch
ganz wenige Kathedralen für Ausstellungszwecke offenhalten
– das Pergament, die Pyxis und Patene unter Glas?
Sind sie für Schafe Ställe erst und später dann ein Regenloch?
Als Unheilshorte allenfalls besetzt mit unserem Haß?
(...)
...Dies ist ein ernstes Haus auf ernstem Grund,
in dessen gut durchmischter Luft sich alle unsere Zwänge treffen
und dann in Schicksalskleider schlüpfen nach Befund.
Soviel zumindest bleibt auch Enkelsenkeln, Urgroßneffen,
denn dieser Hunger wird sich immer wieder rühren,
ganz plötzlich ist das Dasein ernstgemeint,
und seine Schwerkraft zieht uns hin zu dieser Erde,
in der die Weisheitssucher, hieß es, Antwort spüren,
und sei es nur, weil sie ringsum von Toten stets erneuert werde. ]
3.2.08
Kirchenschließungen im Bistum Hildesheim
Details der Pläne für die Region Hannover waren hier bereits zu lesen. Doch diese Region ist nur eine von vielen in meinem Heimatbistum, das zum größten Teil ein klassisches Diaporabistum ist. Vor 100 Jahren lebten hier gerade einmal 201.914 Katholiken. Im Jahr 2006 waren es 645.861, vor zwanzig Jahren noch einmal 100.000 mehr als heute. Für das Jahr 2020 werden noch etwa 552.000 Katholiken erwartet.
Seinen größten Strukturwandel seit der Reformation machte das Bistum in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg durch. Damals stieg die Zahl der Katholiken durch die zahlreichen zugewanderten Heimatvertriebenen und Flüchtlinge sehr stark an. In der langen Amtszeit von Bischof Heinrich Maria Janssen (1957-1982) wurden mehr als 250 Kirchen gebaut und viele neue Gemeinden gegründet.
Die Heilig-Geist-Kirche meiner heutigen Gemeinde wurde 1960 konsekriert, die St.-Josef-Kirche 1982 als Neubau, der an die Stelle der im 19. Jahrhundert errichteten ersten katholischen Kirche in Stade seit der Reformation trat. St. Michael in Bremervörde wurde 1963 geweiht, St. Michael in Harsefeld 1967, Mariä Himmelfahrt in Buxtehude 1975.
Einer ersten industriell begründeten Zuwanderungswelle im späten 19. Jahrhundert zuzurechnen sind die beiden Kirchen St. Ansgar in Hemmoor-Warstade (1900) und St. Nikolaus in Hechthausen (1936), die aus einem alten Feuerwehrhaus umgebaut wurde. Industrieansiedlungen der 60er und 70er Jahre in Stade zogen und ziehen bis heute Katholiken aus anderen Teilen Deutschlands an. Deshalb und durch die Spätaussiedler aus Polen, Russland und anderen Teilen Osteuropas wächst vor allem die Stader Heilig-Geist-Gemeinde nach wie vor an.
St. Lukas in Fredenbeck (1968) wurde Ende 2003 profaniert und 2004 abgerissen. Viele der in der Nachkriegszeit errichteten Kirchen waren damals nur auf eine Nutzungsdauer von etwa 30 Jahren ausgelegt worden. Sie müssten nun ersetzt oder aufwendig saniert werden. Das Bistum sieht sich dazu nicht mehr in der Lage. Altbischof Josef Homeyer (1983-2004) hatte noch kurz vor Ende seiner Amtszeit ein umfangreiches Eckpunktepapier auf den Weg gebracht, dass den Weg bis 2020 vorzeichnen sollte.
Dieses Papier zieht, nicht ohne Plan und theologische Begründung, die Konsequenzen aus der demographischen Entwicklung des Bistums. Die oben bereits genannten Zahlen führen insbesondere zu einem starken Rückgang der Kirchensteuereinnahmen und machen daher eine Kürzung der Ausgaben zwingend erforderlich. Das Eckpunktepapier beendete insbesondere eine Phase zahlreicher Sparrunden, mit denen das Bistum seit den 90er Jahren versucht hatte, den schwindenden Mitteln hinterherzulaufen.
Einige Strukturentscheidungen sind bereits getroffen und umgesetzt, weitere werden folgen. 109 Gemeinden wurden 2006 zu 36 Gemeinden zusammengelegt, für die Zukunft gibt es einen Gesamtplan. Für 2020 plant die Bistumsverwaltung rund 120 Gemeinden, heute sind es noch 243. Meine Gemeinde soll 2010 mit St. Michael in Bremervörde und St. Ansgar in Hemmoor zusammengelegt werden. Sie bilden heute eine Seelsorgeeinheit und teilen bereits Pfarrer und Kaplan.
Diese Gesamtplanung ist eine der Grundlagen für die im Januar veröffentlichten Schließungs- und Investitionspläne. So hat jede der künftigen 120 Gemeinden mindestens eine Kirche, die unentbehrlich ist und auf absehbare Zeit nicht zur Diskussion stehen wird. Diese Kirchen (Kategorien A und A-S) werden aus dem derzeit 5,5 Mio. Euro pro Jahr schweren Bautopf des Bistums gefördert, auch Investitionen sind möglich. Die Kirchen in Stade, Bremervörde und Hemmoor fallen allesamt in diese Kategorie.
Am anderen Ende des Spektrums stehen insgesamt 80 Kirchen, die als nicht unbedingt notwendig eingestuft werden und für die es Gründe zur Profanierung gibt (Kategorie C 2). St. Nikolaus in Hechthausen gehört zu dieser Gruppe. Dort wird derzeit nur einmal im Monat die Heilige Messe gefeiert. Sie ist allerdings, wie zahlreiche Kirchen im Bistum, als bauhistorisch, architektonisch oder künstlerisch bedeutsam eingestuft worden (Kategorie D). Die Substanz dieser Kirchen soll konserviert werden.
Eine weitere Gruppe von Kirchen beschreibt die Verwaltungsvorlage als zwar ebenfalls nicht unbedingt notwendig, sieht aber derzeit keine Gründe für die Profanierung (Kategorie C 1). Für diese Kirchen wird das Bistum keinerlei Mittel mehr bereitstellen. Dies betrifft zum Beispiel im Eichsfeld, meiner Heimat, alle Dorfkirchen in jenen Gemeinden, die bis 2020 ihre Eigenständigkeit verlieren sollen. Das Eichsfeld ist eines der wenigen katholischen Kernlande im Bistum.
Die meisten Gemeinden dort allerdings wird dieses Verdikt aus Hildesheim wenig kümmern. Sie sind, ähnlich wie einige ebenfalls katholische Stiftsdörfer bei Hildesheim, dank zahlreicher Schenkungen mit Landbesitz ausgestattet, der genug abwirft, um Kirchen und Pfarrheime zu erhalten. Hier haben frühere Generationen wahrlich weit genug in die Zukunft geschaut.
In eine letzte Kategorie B ordnet die Bistumsverwaltung Kirchen ein, deren Bedarf zwar mittelfristig zu überprüfen ist, die aber vorerst weiterhin Mittel für substanzerhaltende Maßnahmen erhalten sollen. Auf diese und die Kirchen der Kategorien A und A-S konzentriert das Bistum künftig seine Baumittel. Um alle Kirchen und sonstigen Immobilien zu erhalten, wären statt der heutigen 5,5 Mio. etwa 11,5 Mio. Euro pro Jahr nötig.
Der jetzt vorgelegte Plan soll in den kommenden Monaten mit den heute 18 Dekanaten diskutiert und Ende des Jahres vom Generalvikar beschlossen werden. Die Profanierungen sollen 2009 beginnen. Von den heute 438 Kirchen des Bistums sollen 197 unbedingt erhalten bleiben (A und A-S), die Zukunft von 56 Kirchen ist zu klären (B). 86 Kirchen werden nicht mehr durch das Bistum finanziert (C 1), 80 Kirchen sollen profaniert werden (C 2). Warum sich diese Zahlen nicht zu 438 ergänzen, hat sich mir noch nicht erschlossen. Seit dem Jahr 2000 hat das Bistum Hildesheim bereits 13 Kirchen geschlossen und profaniert.
20.1.08
Geplante Kirchenschließungen in der Region Hannover
In Hannover sollen die Kirchen St. Christophorus (Stöcken), Maria Frieden (Buchholz), und St. Michael (Wülfel) "verkauft, anders genutzt, im schlimmsten Fall abgerissen" werden. Für St. Bruder Konrad in der List ist die Übernahme durch orthodoxe Gemeinden im Gespräch.
Insgesamt sollen von den 50 Gemeinden in der Region Hannover noch die Hälfte übrig bleiben.
Eine Fotogalerie: Hier.
Andere Kirchen, die betroffen sind:
- St. Hedwig, Springe-Völksen
- Heilige Familie, Ronnenberg-Empelde
- St. Jakobus der Jüngere, Weetzen
- St. Barbara, Hänigsen
- Dreifaltigkeitskirche, Hämelerwald
- Corpus Christi, Garbsen
- St. Magdalenen, Evern
- Herz Mariä, Arnum
- Unbeflecktes Herz Mariä, Neustadt
- Heilig-Kreuz-Kirche, Pattensen-Schulenburg
Eine Fotogalerie: Hier.
9.12.07
Gelungene Infosammlung
Erstellt und gepflegt wird es innerhalb von koelnarchitektur.de.
Empfehlenswert!
31.8.07
Fantasievoll, vorübergehend anders - und kenntlich bleiben
Staat und Kirche hätten in der Nachkriegszeit eine Infrastruktur aufgebaut, die jetzt aus finanziellen und demografischen Gründen nicht mehr zu halten sei. Ludwig warnte die Kirche jedoch davor, sich «in einem Befreiungsschlag» von Kirchengebäuden zu trennen. «In Grossbritannien und den Niederlanden wird das seit 40 Jahren ausprobiert. Aber es hat nicht dazu geführt, dass die Kirche zahlungsfähiger wurde. Vielmehr wurde sie unkenntlich.» Die Folge
sei eine verschärfte «Austrittsbewegung» gewesen.





