26.7.15

Profanierte Kirchen im Bistum Hildesheim

Die Wikipedia führt eine Liste der profanierten Kirchen im Bistum Hildesheim. Seit der letzten in diesem Blog dokumentierten Profanierung wurden bereits neun weitere Kirchen geschlossen.

Weitere solcher Listen werden für die Bistümer Aachen, Berlin, Münster und Paderborn geführt.

Kirche in Alt-Kirchdorf, Hamburg-Wilhelmsburg zum Wohnhaus umgebaut

Die FAZ berichtet vom Umbau einer Kirche in Alt-Kirchdorf, Hamburg-Wilhelmsburg, die zu einem Wohnhaus wurde. Der Bericht nennt nicht den Namen der früheren Kirche.
1965 erbaut, verließ die Gemeinde ihr Gotteshaus vor drei Jahren. Gebäude und Grundstück sollten verkauft werden. „Abriss möglich“ hieß es ausdrücklich in der Anzeige.
Das Podest, auf dem der Altar erhöht vor der Gemeinde stand, haben die Neubewohner als Fundament genutzt, etwas vergrößert und mit Stäbchenparkett ausgelegt. Grattolf, früher auch halbprofessioneller Musiker und DJ, hat auf dem Podest seinen Hausaltar errichtet: ein selbst entworfenes Regalsystem für seine Stereoanlage und die Schallplattensammlung, daneben Couch und Fernseher.
Quelle: FAZ

St. Maximilian Kolbe, Hamburg-Wilhelmsburg

Am 11. Januar 2015 wurde die Kirche St. Maximilian Kolbe in Hamburg-Wilhelmsburg profaniert. Sie wird derzeit vom neuen Eigentümer, den Maltesern Norddeutschland, saniert und soll zusammen mit dem benachbarten Alten- und Pflegeheim zu einem Bürger- und Pflegezentrum umgebaut werden.
Im neuen "Malteser Campus St. Maximilian Kolbe" plant die Hilfsorganisation das sozialpädagogische Kochprojekt "Elternküche", das sich insbesondere an Familien und Alleinerziehende mit erhöhtem Unterstützungsbedarf richtet. Außerdem soll es Ausbildungsangebote in Erster Hilfe, sozialpflegerischer Ausbildung und Sprachkurse geben. Das "Casa Malta" soll einen Treffpunkt für Demenzerkrankte bieten, ein Freiwilligenzentrum den Aufbau neuer ehrenamtlicher Dienste im Stadtteil fördern. Eine Kapelle mit Raum für spirituelle Angebote soll erhalten bleiben.
Quelle: Hamburger Abendblatt

Die Kirche stammt aus dem Jahre 1974 und sticht durch ihre markante Form hervor. Sie wird oft spöttisch als "Klorolle" bezeichnet. Gegen die Abrisspläne gab es Proteste, die schließlich zur Umnutzung führten.

Krefeld: Zwei Kirchen auf der roten Liste

Für St. Johann Baptist, gibt es kein Geld mehr vom Bistum. Auch für St. Karl Borromäus muss die Gemeinde allein sorgen.
SÜD
Foto: Andreas Bischof
Für St. Johann Baptist, die durch einen ihrer Kirchtürme höchste Kirche Krefelds, gibt es vom Bistum Aachen in Zukunft kein Geld mehr.
Für Krefelds höchste Kirche gibt es in Zukunft kein Geld mehr vom Bistum. Jegliche nötige Reparatur an St. Johann Baptist in der Pfarrgemeinde Maria Frieden muss die Gemeinschaft der Gemeinden Krefeld-Süd in Zukunft entweder selbst finanzieren oder sich eine andere Lösung, einen Verkauf oder eine gewinnbringende andere Nutzung, für das Sakralgebäude überlegen. Das gleiche gilt für die Kirche St. Karl Borromäus, die zur Pfarrgemeinde St. Augustinus gehört, und vier weitere Gebäude im Bereich der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Krefeld-Süd.

31.10.14

Massiver Verlust von Kirchen

Das europäische Netzwerk zum Erhalt von Sakralbauten (FRH) hat vor einem massiven Verlust von Kirchen und Synagogen gewarnt. Sie würden zunehmend "für andere Zwecke benutzt oder gar abgebrochen", erklärte die Organisation am Donnerstag bei einer Konferenz in Halle/Saale.

"Heute geschieht dies fast lawinenartig in den Niederlanden und zunehmend auch in Belgien", betonte der Dachverband. Auch in Frankreich habe der Staat immer mehr Probleme mit den vor 1905 erbauten Kirchen und Kapellen, zu deren Erhalt er sich verpflichtet hat. In Deutschland seien vor allem moderne katholische Kirchenbauten "von Aufgabe, Schließung und Abbruch bedroht". In den früher kommunistisch regierten Ländern drohten besonders die Dorfkirchen zu verfallen.

Als Gründe nannte die Organisation rückläufige Zahlen der Kirchenmitglieder und der Bevölkerung und fehlende finanzielle Mittel sowie Zerstörung etwa durch den Abbau von Braunkohle.
Quelle: katholisch.de

30.9.13

St. Lambertus, Immerath

Die meisten Profanierungen haben heute den Grund, dass die Mittel zum weiteren Erhalt fehlen. Nicht so in Immerath, wo die Kirche St. Lambertus am 13. Oktober profaniert werden soll. Der Ort Immerath fällt dem Braunkohletagebau Garzweiler II anheim, und mit ihm verschwindet auch die Kirche.

Am 13. Oktober schallt zum letzten Mal das Glockengeläut vom Lambertus aus Immerath über die Felder des südlichen Niederrhein. Die letzte Messe wird gehalten, die Kirche entwidmet. Später kommt die Abrissbirne, zerlegt die Kirche in Schutt und Asche.

Doch auch hier trägt der Neubau dem Schrumpfungsprozess Rechnung. Am neuen Ort Immenrath wird eine Kapelle mit nur 60 Plätzen gebaut - kein Vergleich mit der auch als "Dom von Immerath" bekannten Kirche.

30.6.13

Athanasiuskirche, Hannover

Bereits Ende März wurde die evangelische Athanasiuskirche in Hannover entwidmet. Das Gotteshaus hatte knapp 50 Jahre Bestand. Die Kirche bleibt im Besitz der Gemeinde und wird zum einem Kulturzentrum umgebaut. Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann begründete in ihrer Predigt die Schließung der Kirche mit dem stetigen Rückgang der Zahl der evangelischen Christen in Hannover.

Sie erinnerte daran, dass nur noch 14 Prozent der Kinder in Hannover getauft werden. Die Südstadtgemeinde ist mit rund 10 000 Mitgliedern eine der größten Kirchengemeinden der Landeskirche Hannovers. Sie war im Jahr 2009 aus dem Zusammenschluss mit der Paulusgemeinde und der Nazarethgemeinde entstanden. „Die Südstadtgemeinde hat die Möglichkeit, aus ihren drei Kirchen ein gemeinsames Konzept zu entwickeln, gut genutzt“, betonte die Pastorin. Außerdem seien Gebäude für Christen ohnehin nicht so wichtig. Letztendlich sei es egal, wo sich die Gläubigen versammelten.

Die Hannoversche Allgemeine gibt einen ausführlichen Überblick über die desolate Situation der Lutheraner und ihrer Kirchen in Hannover:

Nur noch jeder dritte Hannoveraner ist Mitglied einer evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. In Hannovers Stadtkirchenverband (mit Garbsen und Seelze) sind es 204000. Und noch gravierender ist die Taufquote. 13 Prozent betrage sie derzeit bei den bis Vierjährigen, sagt Superintendent Höflich. Die Zahl der Gemeindeglieder wird also auf absehbare Zeit noch mal um mehr als die Hälfte sinken.
Klar ist damit auch, dass die Schließung der Athanasiuskirche in Hannover nicht die letzte gewesen sein wird.

Hl. Herz Jesu, Neuhaus/Oste

Den Hildesheimer Bischof Norbert Trelle führen die regelmäßigen Profanierungsgottesdienste bis in die entlegensten Ecken des Bistums. So am vergangenen Freitag, als der Bischof die Kapelle Hl. Herz Jesu in Neuhaus/Oste profanierte. Die Kapelle war eine Filialkirche der Pfarrgemeinde „Heilig Kreuz“ in Otterndorf.

Geweiht wurde sie im Jahr 1960. Zuvor war in dem Gebäude eine Strumpffabrik untergebracht. Nach dem Bau des Pfarrhauses 1964 wurden die hinteren Räume als Begegnungsstätte umgebaut, die vor allem von der Jugend genutzt wurde. Seit 2004 war dieser Teil des Gebäudes vermietet und wird als kommunales Jugendzentrum verwendet.

Einem Pressebericht zufolge interessiert sich nun der Verein "Lumpenhunde" für das Gebäude.

Foto: Bistum Hildesheim, Immobilienabteilung

St. Bruder Konrad, Hannover

Am vorvergangenen Sonnabend, 22. Juni, wurde die katholische Kirche St. Bruder Konrad in Hannover profaniert. Den letzten Gottesdienst leitete Weihbischof Heinz-Günter Bongartz. Es war die 41. Kirche im Bistum Hildesheim, die in den letzten zehn Jahren (seit 2003) geschlossen wurde.

Hier einige Bilder vom Profanierungsgottesdienst. Die Hannoversche Allgemeine berichtet von Protesten und Unverständnis seitens der Gemeinde. Die Kirche, eine ehemalige Lagerhalle, ist bereits verkauft und soll abgerissen werden.

Foto: Bistum Hildesheim, bph

21.6.13

St. Paul, Duisburg-Marxloh

Die bereits vor Jahren profanierte Kirche St. Paul im Duisburger Stadtteil Marxloh wird seit Monaten von Metalldieben geplündert. So berichtet die WAZ.
Drei Jahre schlummerte St. Paul unbehelligt im Dornröschenschlaf, bis jemand, so erzählt der Hausmeister, im vergangenen Herbst „mal probeweise von außen etwas von der Kupferverkleidung der Kirche abgerissen und geklaut hatte.“ Das muss das Signal für die große Plünderung gewesen sein, die seit diesem denkwürdigen Herbsttag eingesetzt hat. Und die am vergangenen Freitag mit einem Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Das begehrte Ziel der Fledderer: Das kostbare Kupfer, das das einst feine Klinkerhaus samt Glockenturm ummantelte und behütete wie eine Madonna. Keine sechs Monate später ist die tonnenschwere kostbare Schutzschicht abgerissen. Stück für Stück gestohlen, davongetragen in Rucksäcken, Sporttaschen, Koffern und Plastiksäcken. 40.000 € wertvoll.
Die profanierte Kirche gehörte zur Gemeinde St. Peter und Paul, die am 1.8.2003 aus den Gemeinden St. Peter, St. Paul und St. Konrad gegründet wurde. Seit dem 1.12.2006 gehört die Gemeinde zur Pfarrei St. Norbert. St. Konrad wurde 2012 ebenfalls geschlossen.

20.6.13

Was macht man mit einer profanierten Kirche? Ein Beispiel aus Bochum, NRW (die St.-Marien-Kirche)

Aus aktuellem Anlass (ich komme gerade aus dem Ruhrgebiet zurück) heute ein Hinweis auf Bochum und die dort schon seit längerem profanierte, und die Gemüter erhitzende, Marienkirche.

Die Kirche, welche um 1868 entstand, entwickelte sich schnell zu einem essenziellen Bestandteil des Bochumer Stadtbildes, so sehr, dass man sie nach dem zweiten Weltkrieg sogar unter Mühen wieder
aufbaute.

 Im Mai 2000 aber war es beschlossene Sache, dass die St-Marien-Kirche in Bochum abgerissen werden sollte, denn die Gemeinde war geschrumpft. Ein kühner Plan, hatten jene die ihn schmiedeten doch nicht mit dem Widerstand, ja sogar der blanken Empörung der Bevölkerung gerechnet! Zugegebenermaßen entsprang der Widerwillen, die Kirche abreißen zu lassen, wohl eher ihrer Funktion als "Wahrzeichen".
Siehe auch http://www.rettet-die-marienkirche.de/

Was macht eine Stadt denn nun mit einer Kirche, die als solche nicht mehr genutzt wird, die man aber auch nicht abreißen kann?

Idee Nummer 1 lautete: Wir errichten hier ein Seniorenheim....Diese Idee wurde verworfen, wollte man doch das Innere der Kirche erhalten.

Idee Nummer 2: Hier machen wir eine Trainingstätte für das Urbanatix. ...Das klappte auch von 2007 bis 2012. Es gibt sogar ein Youtube Video darüber, welches man sich hier ansehen kann:
http://www.youtube.com/watch?v=NgZ7R6fayt8

Idee Nummer 3: Wir machen hier einen Kammermusiksaal rein! Dieser sollte bis 2010 entstehen, es klappte aber doch nicht bis dahin.

Bei der musikalischen Idee bleibt es aber vorerst, die Kirche ist seit 2013 Bestandteil des neuen "Musikzentrum Bochum".

Siehe auch:
http://www.bochumer-symphonie.de/
http://www.bochum.de/C125708500379A31/vwContentByKey/W27DPFF4145BOLDDE
http://de.wikipedia.org/wiki/St.-Marien-Kirche_(Bochum)

6.3.13

Brandstiftung in Herz Jesu, Euskirchen

Mit Weihwasser hat eine Frau in Euskirchen eine brennende Kirchenbank gelöscht. Das berichtet der Bonner General-Anzeiger. Die Polizei nimmt Brandstiftung als Ursache an. Aus dem Kölner Stadt-Anzeiger war zu entnehmen, dass sich um die Herz-Jesu-Kirche in der Euskirchener Innenstadt handelt.

4.3.13

Ev. Corvinuskirche, Hannover

Die bereits entwidmete evangelische Corvinuskirche in Hannover darf abgerissen werden. Dies entschied das zuständige Verwaltungsgericht aufgrund einer Klage der Gemeinde, die das Gebäude verkaufen will. Vom Erlös soll die katholische St.-Christophorus-Kirche erworben werden, die erst Anfang Januar von Einbrechern verwüstet wurde. Die katholische Gemeinde soll dann ein Nutzungsrecht erhalten. Die HAZ nennt in ihrem ausführlichen Bericht auch interessante Zahlen:
Die evangelische Kirche verfügt über knapp 21 000 Kirchen und Kapellen, mehr als 16 600 davon stehen unter Denkmalschutz. Die katholische Kirche hat 24 500 Kirchen und Kapellen, 23 000 davon sind denkmalgeschützt. In den vergangenen zehn Jahren wurden 0,4 Prozent der katholischen Kirchengebäude verkauft oder abgerissen.
In Hannover sind die Gemeinden der evangelischen Landeskirche dabei, sich von einer ganzen Reihe ihrer Kirchen zu trennen. Eine Liste aus der HAZ:
  • Gustav-Adolf-Kirche (Leinhausen): Die liberale jüdische Gemeinde hat die Kirche übernommen und umgebaut. Sie dient heute als Synagoge und Gemeindezentrum mit Kindergarten.
  • Matthias-Gemeinde (Buchholz): Die Gemeinde hat ihr Gemeindehaus mit Kirchenraum In den Sieben Stücken aufgegeben. Dort ist heute ein Therapiezentrum für Jugendliche untergebracht.
  • Messias-Gemeinde (Buchholz): Die Kirche der Messias-Gemeinde wurde abgerissen. Das Grundstück fiel an die Klosterkammer zurück, die es verkauft hat.
  • Maria-Magdalenen-Gemeinde (Ricklingen): Die Gemeinde hat ihr Gemeindezentrum mit Kirche verkauft. Dort ist die bucharische jüdische Gemeinde untergekommen.
  • Corvinuskirche (Stöcken): Die Kirche ist bereits entwidmet.
  • Bodelschwingh-Kirche (Ledeburg): Die Gemeinden wollen die katholische St.-Christopherus-Kirche am Stöckener Markt übernehmen und den Katholiken ein Nutzungsrecht einräumen. Die Verhandlungen über die Details ziehen sich aber seit längerer Zeit hin. Wenn Verhandlungen und Baumaßnahmen an der Christopherus-Kirche abgeschlossen sind, will die evangelische Gemeinde die Bodelschwingh-Kirche aufgeben.
  • Nazareth-Kirche (Südstadt): Die Südstädter Kirchengemeinde will einen Teil der Nazareth-Kirche umfunktionieren. Der aktuell nicht genutzte Raum unter der Empore soll zu einem Kolumbarium umgebaut werden, einer Ruhestätte für Urnen. Das Hauptschiff dient weiter als Kirche. Die Gemeinde will damit dem Wunsch nachkommen, wohnortnah bestattet zu werden.
  • Athanasius-Kirche: In den Gemeinderäumen ist bereits das Haus der Religionen aktiv. Die Südstädter Kirchengemeinde, zu der auch Paulus- und Nazareth-Kirche gehören, will die Athanasius-Kirche wahrscheinlich zum zweiten Halbjahr 2013 entwidmen. Die Gemeinde will den Raum dann als eine Art Stadtteilzentrum besonders für Jugendliche und Familien öffnen.
  • Johannes- und Matthäus-Gemeinde (List): Die fusionierte Gemeinde verfügt über zwei Gotteshäuser. Es gibt jetzt erste Gespräche über die Aufgabe eines Gebäudes als Gottesdienstraum. Die frei werdende Kirche könnte nach der Entwidmung gemeinsam von der Gemeinde und Initiativen im Stadtteil genutzt werden.

Eine Buchempfehlung zum Thema Umnutzung profanisierter Kirchen als Kolumbarien

Jetzt mal etwas anderes- während meiner Suche nach den neusten Entwicklungen stieß ich auf eine interessante Buchempfehlung zum Thema Profanierung (siehe unten). Was halten Sie davon, wenn entweihte Kirchen und Klöster als Kolumbarien genutzt werden, also als alternativer Bestattungsort?


Buchempfehlung: Tot in die Kirche? Rechtliche und liturgische Aspekte der Profanierung von Kirchen und ihre Umnutzung zu Kolumbarien


Gedanken zu diesem Thema und aktuellen Veröffentlichungen macht sich auch der Blog "Eucist News". Den betreffenden Blogeintrag können Sie hier lesen:

http://cistercium.blogspot.de/2012/12/profanierung-und-umnutzung-von.html

Profanierung der St. Josef Kirche in Hamm, Hessen (mit Link zur Fotoserie)

Hier findet sich eine Fotoserie anlässlich des Profanierungs-Gottesdienstes der St. Josef Kirche in Hamm vom Januar 2013:

http://www.wa.de/lokales/hamm/stadt-hamm/profanierung-josef-kirche-hamm-2697277.html

Die Gemeinde welche sich in Hessen befindet habe bis zum Schluss Widerstand gegen die Profanierung geleistet, zum letzten Gottesdienst am 12. Januar 2013 mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn erschienen dann ca. 400 Gläubige. Ausführliche Infos über den gesamten Prozess finden sich unter folgenden Links:

http://www.wa.de/lokales/hamm/heessen/hamm-heessen-glocken-st-josef-kirche-immer-verstummt-gotteshaus-profaniert-2697650.html

http://www.wa.de/lokales/hamm/heessen/profanierung-kirche-josef-wird-vorbereitet-2325346.html


Mit Foto der zerlegten Orgel welche nach Polen transportiert werden sollte:

http://www.wa.de/lokales/hamm/heessen/kirche-josef-wird-ausgeraeumt-heessen-2703102.html

St. Ludgerus im Kreis Warendorf, Ennigerloh

Die St.-Ludgerus-Kirche soll im Sommer 2013 profaniert werden, und darüber hinaus soll das ganze Gebäude abgerissen werden und das Grundstück eingeebnet werden. Grund hierfür ist der Vertrag mit einem Pharma-Unternehmen. Eine Renovierung wäre zu teuer gewesen und hätte sich auch nicht gelohnt, einmal wieder aufgrund rückläufiger Zahlen von Kirchenbesuchern.

Der ganze Artikel findet sich hier:

http://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreiswarendorf/ennigerloh/Profanierung-gleicht-einer-Beerdigung-bd3b42ee-7255-48c8-a5e3-9b4d222fc470-ds

8.2.13

Einbruch in St. Goar, Flieden

Im Zeitraum von Samstag (03.02.), 17:45 Uhr, bis Sonntag (04.02.), 15:45 Uhr, brachen Unbekannte in die Kirche St. Goar in der Hauptstraße ein. Sie plünderten aus dem Opferstock der Krippe Münzgeld. Dabei beschädigten sie auch eine hölzerne Krippenfigur. Die Täter gelangten in die Kirche, indem sie die Außentür der Nebensakristei aufbrachen. Von dort aus konnten sie über die Sakristei in die Kirche vordringen. Für nicht einmal hundert Euro Diebesgut richteten die Einbrecher Sachschaden in vierstelliger Höhe an.
Quelle: Osthessen-News
Eine neue Spur gibt es im Fall des Einbruchs in die Kirche St. Goar in Flieden. Unbekannte hatten vermutlich in der Nacht von Sonntag (03.02.) auf Montag (04.02.) den Opferstock in der Kirche aufgebrochen und eine hölzerne Krippenfigur beschädigt. Nach den Ermittlungen der Fuldaer Kripo besteht nun auch die Möglichkeit, dass der oder die Einbrecher sich nach der Vesper am Sonntagabend in der Kirche einschließen ließen.
Quelle: Osthessen-News

Kirchenschändungen in Deutschland

Ein Pogrom (m., auch n.) ist die gewaltsame Ausschreitung gegen Menschen, die entweder einer abgrenzbaren gesellschaftlichen Gruppe angehören oder aber von den Tätern einer realen bzw. vermeintlichen gesellschaftlichen Gruppe zugeordnet werden. Häufig sind es politische Gruppen (z. B. Menschen einer Partei) oder religiöse Gruppen (z. B: religiöse Minderheiten). Früher verwendete man den Begriff nur, um Ausschreitungen gegenüber Juden zu benennen; der Sprachgebrauch hat sich ausgedehnt.

Quelle: Wikipedia

Es ist an der Zeit für eine neue Kategorie in diesem Blog. Seit 2005 haben wir hier mehr oder weniger sporadisch das langsame, kontinuierliche Verschwinden sakraler Architektur in Deutschland dokumentiert. Dabei handelt es sich um einen einigermaßen geordneten, von den kirchlichen Eigentümern selbst gesteuerten Prozess.

Doch was nun geschieht und ab jetzt auch hier dokumentiert werden soll, sind Anschläge, Übergriffe, Attentate auf Kirchen - mit einem Wort: Kirchenschändungen. Wir dürfen nicht mehr wegsehen und uns nicht einreden lassen, es handele sich um bedauerliche Einzelfälle. Dem ist nicht so. Tobias Heinz dokumentiert allein sieben Kirchenschändungen seit dem Jahreswechsel. Seine Liste ist lang, obwohl sie nur bis 2011 zurückreicht.

Das jüngste Ereignis liegt erst wenige Tage zurück: Einbrecher haben die katholische Kirche in Dorsten heimgesucht und anschließend Feuer gelegt.

Mitte Januar wurde in die Kirche St. Cyriakus im Dürener Stadtteil Niederau eingebrochen. Diese Kirche soll noch in diesem Jahr entwidmet werden.

Schlimm traf es Anfang Januar auch die Kirche St. Christophorus in Hannover-Stöcken. Hier wurde u.a. der Tabernakel aufgebrochen und zerstört. Auch den Weihnachtsbaum warfen die Einbrecher um.

Mit Dank an Josef Bordat für den Hinweis.

17.1.13

Noch drei Fälle von Kirchenschwund gegen Ende 2012

Hier noch drei interessante Fälle zum Thema Kirchenschwinden, die noch aus dem Jahr 2012 stammen.

Das "Beste" zuerst: Eine ehemalige evangelisch-lutherische Kirche, die Gerhard-Uhlhornkirche in Linden-Nord (Hannover), wird im Internet zum Verkauf angeboten, und zwar als "Einzimmerwohnung", Altar, Orgel und Kirchenbänke inklusive. So zumindest teilte es die Hannoversche Allgemeine im November mit. Nicht jede Folgenutzung würde jedoch akzeptiert. Das Gebäude selbst wurde erst im Jahr 1963 entworfen und ist damit noch recht jung. Aufgrund von Mitgliederschwund in der Gemeinde hatte man sich aber bereits 2009 schon mit einer anderen Nachbargemeinde zusammengeschlossen. (Quelle: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Kirche-im-Internet-zu-verkaufen  vom 13.11.2012)

Im Norden, und zwar im Cuxland, wurde die Stubbener Sankt-Johannes-Kirche verkauft. Auch hierbei handelt es sich um eine ehemals evangelisch-lutherische Kirche. Der Käufer hatte sich im Oktober noch nicht festgelegt, wie er das Gebäude in Zukunft nutzen möchte. Ein Gottesdienst zur Entwidmung fand am 14. Oktober 2012 statt. Grund für die Auflösung waren ein Mangel an finanziellen Mitteln, da die Kirche stark sanierungsbedürftig sei, so wie ein drastischer Rückgang an Gemeindemitgliedern. Ursprünglich war die Stubbener Gemeinde im Jahr 1949 von polnischen Flüchtlingen gegründet worden. Zuletzt zählte die Gemeinde nach Angaben nur noch 18 Mitglieder.
(Quelle:  http://www.nordsee-zeitung.de/index.php?artikel=-Kirche-in-Stubben-ist-verkauft-&arid=816692&pageid=17   vom 05.10.2012)

Die Märkische Oderzeitung berichtete am 20.09.2012, dass die Tornower Kirche an einen Privatier aus Berlin verkauft wird. Das Gebäude befand sich zuletzt in so schlechtem Zustand, dass auch keine sporadischen Gottesdienste mehr stattfinden durften. Die Gemeinde konnte sich eine Sarnierung nicht leisten.  Die gute Nachricht trotz allem: Auf das Glockenläuten zum Jahreswechsel und bei Gottesdiensten im Pfarrhaus müssen die Anwohner nicht verzichten, dieses Recht möchten sie sich vertraglich einräumen lassen.  (Quelle: http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1038416  )

30.12.12

Rückgabe statt Aufgabe? Was geschieht mit den schwindenden Kirchen der Reformation?

Nehme ich die letzten beiden Einträge in diesem Blog einmal zusammen, dann drängt sich ein Thema förmlich auf: Was wird eigentlich mit heute evangelischen Kirchen geschehen, die bis zur Reformation katholisch waren, wenn sie in absehbarer Zeit aufgegeben werden müssen?

Das ist keineswegs eine rein theoretische Frage. So wurde bereits vor Jahren diskutiert, die Kirche Ss. Cosmae et Damiani in Stade in ein Museum umzuwandeln. Und im Alten Land sollen mittelfristig nur drei von heute zehn Kirchen aus Kirchensteuermitteln finanziert werden. Ob es gelingt, die übrigen weiterhin zu unterhalten?

Sind nicht die katholischen Bistümer in der Pflicht, diese historischen Kirchen zu erhalten, wenn die evangelischen Landeskirchen dazu nicht mehr in der Lage sind? Und müssten die ehemals katholischen Kirchen nicht zurückgegeben werden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden und nicht mehr finanziert werden können?

Wahrscheinlich wird es auf diese Fragen keine allgemeingültigen Antworten geben. Es wird in jedem Einzelfall und anhand der Situation an Ort und Stelle zu entscheiden sein, was mit den Kirchen geschehen soll. Doch tun wir gut daran, rechtzeitig darüber nachzudenken und die Diskussion zu führen, um nicht irgendwann von der konkreten Frage überrascht zu werden.

Im Grunde müssten die Bistümer heute schon Pläne entwickeln und für die mögliche Finanzierung Vorsorge treffen. Und das Gespräch mit den evangelischen Landeskirchen aufnehmen. Denkbar ist ja durchaus auch die Lösung, Simultankirchen zu schaffen - womöglich sogar oft die beste Variante.

Denn in diesem Fall können sich Bistümer und Landeskirchen die Finanzierung teilen und die Gemeinden die Nutzung. Was im günstigsten Fall auch die Ökumene voranbringen könnte.

Wider das Kirchensterben

Zu Weihnachten hat Daniel Deckers in einem Leitartikel der FAZ das Thema dieses Blogs aufgegriffen. "Wider das Kirchensterben" lautet die Überschrift.
Etwa zehn Kirchen oder Gemeindehäuser ereilt dieses Schicksal allein in der Evangelischen Kirche im Rheinland - jedes Jahr. Das Bistum Essen, das just in jenem Jahr 1958 gegründet wurde, als im Ruhrgebiet das Zechensterben begann, hat fast jeden dritten Kirchenraum zur Disposition gestellt. Andernorts hat das Kirchensterben noch nicht mit jener Wucht eingesetzt, die neben den betroffenen Gläubigen auch immer wieder Kommunalpolitiker und Denkmalschützer auf den Plan ruft.
Am Schluss seines Artikels bringt der Autor auf den Punkt, was Kirchen über die rein materielle Funktion eines Gebäudes hinaus bedeuten.
Gerade an Feiertagen wie Weihnachten, aber auch an Tagen persönlicher wie kollektiver Trauer zeigt sich, dass selbst die unscheinbarste Kirche mehr ist als ein seelenloser Versammlungsraum für eine zunehmend kleiner werdende Zahl religiöser Virtuosen mit seltsam anmutenden Zeremonien. Als Gedenk- und Erinnerungsort vergegenwärtigen sie die Vergangenheit, als Orte des Heiligen transzendieren sie die Gegenwart, als Stein gewordener Glaube bezeugen sie die sprachlich kaum fassbare Hoffnung auf Ewigkeit. Genau deswegen waren und sind Kirchen den Ideologen jeder Couleur stets ein Dorn im Auge gewesen, genau deswegen scharen sich noch heute Bürger, die an allem zweifeln, um ihre von Ideologien jeder Art bedrohten Kirchen. Genau deswegen werden auch heute noch Kirchen gebaut.

Neue Simultankirche in Coppenbrügge

Einmal im Monat wird künftig in der evangelischen Kirche St. Nikolai in Coppenbrügge eine katholische Messe gefeiert. Die frühere katholische Kirche Maria Königin der Apostel war am 9. Juni durch Bischof Norbert Trelle profaniert worden. In Deutschland gibt es etwa 65 solcher Simultankirchen.

28.12.12

Bleibt vorerst: St. Josef, Volpriehausen

Es gibt auch gute Nachrichten aus dem Bistum Hildesheim, von wo bis jetzt eine ganze Reihe von Kirchenschließungen zu berichten waren. Die Kirche St. Josef in Volpriehausen (Kreis Northeim) bleibt mindestens bis 2019 erhalten. Die HNA berichtet:
Die sonntäglichen Gottesdienste würden laut Hieber von 30 bis 40 Katholiken besucht, und auch auf die intakte Bausubstanz der Kirche sei hingewiesen worden. Außerdem haben der Pastoralrat, die Stadt Uslar und Ortsbürgermeister Gerd Kimpel dem Folgeantrag „unterstützende Stellungnahmen“ zugefügt, mit dem Wunsch, die für 2014 vorgesehene Stilllegung weiter zu verschieben. Jetzt sei die Nachricht vom Bistum Hildesheim eingetroffen, die keine Schließung in den kommenden sechs Jahren vorsieht. „Die Gemeinde in Uslar und die Gläubigen der Filialkirche können dem Jahr 2019 mit Ruhe entgegen sehen“, schreibt Bertold Hieber. Er führt die erneute Verschiebung der Schließung auf das „aktive pastorale Leben und die aktive Gestaltung des Gemeindelebens in der Filialkirche“ zurück, das es zu erhalten gelte.

27.11.12

Tschechische Dorfkirche einsturzgefährdet

Die Dorfkirche in Jindřichovice pod Smrkem (deutsch Heinersdorf an der Tafelfichte) ist einer Meldung, die uns per Mail erreichte, vom Einsturz bedroht. Bis vor kurzem habe dort regelmäßig Gottesdienst stattgefunden, heißt es in der Meldung. Dies sei nun Vergangenheit, da das Dach einsturzgefährdet sei. Das Geld für die Sanierung fehle, weshalb die Zukunft dieser Kirche insgesamt bedroht sei. Kann jemand helfen?

25.11.12

Jetzt auch auf Twitter

Was so ein Blog ist, das hat heute auch ein Konto bei Twitter. So nun auch Kirchenschwinden. Da der Name jedoch um genau einen Buchstaben zu lang ist, heißt Kirchenschwinden auf Twitter nun @profanation. Freue mich über jegliche Nachfolge!

24.11.12

Ev. Gutleutkirche, Frankfurt a.M.

Am 1. Dezember wird die evangelische Gutleutkirche in Frankfurt am Main mit einem Gottesdienst entwidmet. Es handelt sich um eine jener 25 Kirchen, die Wilhelm Opatz in dem von ihm herausgegebenen Bildband portraitiert hat. Das Gebäude wird an die Stadt Frankfurt verkauft, die es abreißen will. An Stelle der Kirche soll ein neues Jugendzentrum entstehen. Die ev. Hoffungsgemeinde hat ein neues Gemeindezentrum am Westhafen erhalten.

Fotos: Götz Diergarten, Ffm
Mit Dank an Wilhelm Opatz

Mitblogger gesucht

Eine besonders hohe Frequenz hatte dieses Blog ja noch nie. Aber etwas mehr könnte es schon sein. Mein geschätzter Mitblogger Scipio hat vor mehr einem Jahr das Bloggen aufgegeben, und mit einer Rückkehr ist wohl nicht zu rechnen. Daher ist es nun höchste Zeit, nach Mitstreitern zu suchen, die sich der Aufgabe stellen wollen, das langsame Schwinden sakraler Bauten in Deutschland zu dokumentieren. Also - wer mag sich beteiligen? Mail genügt.

22.11.12

Kirchenschwinden im Bistum Hildesheim geht weiter

Am Montag dieser Woche hat Generalvikar Werner Schreer die Kirche St. Peter und Paul in Bremen-Lesum (Bistum Hildesheim) profaniert. Die Statistik war wieder bedrückend:
Im Jahr 1998 besuchten im Durchschnitt 15,1 Prozent der Gemeindemitglieder den Sonntagsgottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul. Sieben Jahre später waren es nur noch 6,9 Prozent.
Nur drei Tage zuvor hatte Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger die Kirche St. Barbara in Hänigsen profaniert. Die Zahlen sehen auch hier ganz ähnlich aus:
Der Gottesdienstbesuch in der früheren Pfarrgemeinde St. Matthias in Uetze, der St. Barbara in Hänigsen als Filialgemeinde angehörte, ging von 9,9 Prozent im Jahr 1998 auf 5,8 Prozent im Jahre 2005 zurück. Auch in der neuen Pfarrgemeinde St. Nikolaus ist er weiter rückläufig.
Bereits notiert hatte ich die Schließungen der Kirchen Maria Königin der Apostel in Coppenbrügge und St. Johannes Maria Vianney in Clenze. Nachzutragen wäre noch die Profanierung der Kirche Heilig Kreuz in Pattensen-Schulenburg durch den Hildesheimer Bischof Norbert Trelle am 14. April 2012. Die Zahlen, diesmal nicht prozentual, sondern absolut, sprechen für sich:
Im Jahr 1988 besuchten im Durchschnitt 104 Gläubige die Gottesdienste in der Heilig-Kreuz-Kirche. Im Jahr 2006 waren es nur noch 61, also 41 Prozent weniger.

Moderne Kirchen in Frankfurt am Main

Als im Sommer 2009 in Sailauf (Landkreis Aschaffenburg, Diözese Würzburg) nach langen und erbitterten Auseinandersetzungen die 1971 geweihte Auferstehungskirche abgerissen wurde, da veranlasste dies Wilhelm Opatz, etwas für die Rettung der Nachkriegskirchbauten zu tun. Und was kann ein einzelner Mensch da tun? Wilhelm Opatz hat einen Bildband herausgegeben: Einst gelobt und fast vergessen. Moderne Kirchen in Frankfurt a. M. 1948-1973.

Das Buch zeigt insgesamt 25 Kirchen und Gemeindehäuser aus der Nachkriegszeit, darunter je elf katholische und evangelische Sakralbauten. Niggli-Verlag, 192 Seiten, 42 Euro.

26.8.12

St. Johannes Maria Vianney, Clenze

Am 30. Juni 2012 hat der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle die Kirche St. Johannes Maria Vianney in Clenze profaniert. Knapp zwei Monate später hat nun die FAZ darüber berichtet [via]:
Das Haus mit dem Turm, das im Wohngebiet von Clenze steht, war 50 Jahre lang eine katholische Kirche. In einer guten Stunde wird das Haus ein Haus mit einem Turm sein, von dem niemand weiß, wie es künftig verwendet werden soll. Clenze ist ein kleiner niedersächsischer Ort im Landkreis Lüchow-Dannenberg, knapp 80 Kilometer nördlich von Wolfsburg gelegen. An einer Straße, wo sich verklinkerte Einfamilienhäuser aneinanderreihen, steht die Kirche. Flach ist sie und ebenfalls verklinkert, und wäre da nicht der karge weiße Turm, an dem nun die beiden Glocken das Ende der Kirche einläuten, sie wäre kaum von einer Turnhalle zu unterscheiden.
Das Bistum selbst referiert, wie in diesen Fällen gewohnt sachlich, die Fakten:
Bischof Norbert Trelle hat diese Kirche im September 2009 bei der „Einstufung der Pfarrkirchen und Filialkirchen im Bistum Hildesheim“ nach Anhörung des Priesterrates zur Schließung vorgesehen. Hintergrund war, dass die Bevölkerung im Wendland bereits in den vergangenen 20 Jahren deutlich gesunken ist. Nach Angaben der zuständigen Ämter wird sie bis zum Jahr 2025 um weitere 12,3 Prozent zurück gehen. Entsprechend sinkt auch die Zahl der Katholiken in der Pfarrgemeinde. Im Jahr 1998 besuchten im Durchschnitt 4,3 Prozent der Gläubigen die Gottesdienste in Clenze. Im Jahr 2006 waren es nur noch 3,2 Prozent. Ein weiterer Aspekt, wenn auch weniger wichtig, ist der bauliche Zustand des Gebäudes. Die Finanzmittel des Bistums für Bauten und Reparaturen reichen bei weitem nicht aus, um den Wert aller Immobilien zu erhalten und neue Investitionen damit zu finanzieren. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass der Zustand der Kirche schlecht ist. Die Schäden an der Bausubstanz sind mittlerweile so gravierend, dass umfassende Sanierungsmaßnahmen für mehr als 330.000 Euro notwendig wären.
Der Grundstein für die ehemalige Kirche wurde um Juni 1961 gelegt, ein Jahr später war die Weihe. Die Schließung gehört in den größeren Kontext von Kirchenschließungen im Bistum Hildesheim. Laut FAZ sind inzwischen mehr als 30 Kirchen geschlossen worden.
St. Johannes Evangelist in Dielmissen ist jetzt ein Wohnhaus. St. Oliver in Rhüden hat ein Musikverein gekauft. In St. Johannes der Täufer in Peine-Stederdorf ist eine Kinderkrippe eingezogen. Heilig Kreuz in Wunstorf-Luthe wurde abgerissen, ebenso St. Nikolaus in Bremerhaven oder St. Lukas in Stade-Fredenbeck.

28.5.12

Maria Königin der Apostel, Coppenbrügge

Die Kirchenschließungen im Bistum Hildesheim gehen weiter.
Die Kirche „Maria Königin der Apostel“ in Coppenbrügge wird profaniert und verliert damit ihre Funktion als Ort für Gottesdienste. Das hat der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle entschieden. Der Bischof selbst wird den Profanierungsgottesdienst am Samstag, 9. Juni, um 18 Uhr leiten. Die Kirche „Maria Königin der Apostel“ in Coppenbrügge ist eine Filialkirche der Pfarrgemeinde „St. Joseph“ in Gronau, zu der auch noch die Filialkirchen „Hl. Petrus zu den Ketten“ in Elze, „St. Marien“ in Elze-Mehle und „St. Benedikt“ in Salzhemmendorf-Lauenstein sowie die Kapelle „St. Joseph“ in Eitzum gehören. Die Fertigteilkirche wurde 1968 geweiht. Der Künstler Hanns Joachim Klug entwarf damals Altar, Tabernakel, die Taufsteinanlage und weitere Einrichtungsgegenstände wie das Altarkreuz und den Osterleuchter.

23.4.11

Kirchenrettung - Maria in Hanauer Tracht

In ihrer heutigen Ausgabe berichtet die FAZ von einer Kirchenrettung: In Goldscheuer am Rhein, nahe der französischen Grenze, steht die Kirche "Maria, Hilfe der Christen", ein Kirchenbau aus den frühen 60er Jahren.

Der Spraykünstler Stefan Strumbel gestaltet sie neu, unterstützt von Pfarrer, Gemeine und Diözese.

8.9.10

St. Magdalenen, Sehnde-Evern

Eine Nachricht aus meinem Heimatbistum:
Die Kapelle St. Magdalenen in Sehnde-Evern wird profaniert und verliert damit ihre Funktion als Ort für Gottesdienste. Das hat der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle entschieden. Generalvikar Dr. Werner Schreer wird den Profanierungsgottesdienst am Sonntag, 12. September, um 10.30 Uhr leiten.
Die Kapelle ist eine Filialkirche der Pfarrgemeinde „St. Marien“ in Sehnde. Sie wurde zu Ostern 1955 geweiht.
Die Kapelle St. Magdalenen ist Eigentum des Bischöflichen Stuhls. Sie soll nach der Profanierung abgerissen und das Grundstück als Bauplatz verkauft werden. Ein Tabernakel von Hanns Joachim Klug aus Hannover wird in der Pfarrkirche Heilige Engel in Peine Verwendung finden.

29.11.09

Auferstehungskirche, Sailauf (Bistum Würzburg)

Leider kam ich nicht eher dazu, inzwischen ist es schon fast ein halbes Jahr her: Im Juli und August 2009 wurde in Sailauf (Landkreis Aschaffenburg, Diözese Würzburg) nach langen und erbitterten Auseinandersetzungen die 1971 geweihte Auferstehungskirche abgerissen.

Für den Interessierten gibt es im Web mehr als genug Material, um sich über diese Angelegenheit, die in der Pfarrgemeinde und im Dorf tiefe Wunden geschlagen hat, zu informieren. Z.B.:

- der Artikel über die Auferstehungskirche auf der Pfarrei-Website;

- ein Interview mit dem (damaligen) Ortspfarrer Klaus König (pdf), interessant auch wegen seiner liturgietheologischen Beobachtungen. (Im damaligen Kontext wirkte es jedoch seeehr polarisierend...);

- Berichte von FAZ und Bayerischem Rundfunk;

- zwei Websites von "Abrißgegnern", einmal von Thorsten M. Stenger und zum andern kirchenabriss.de.

12.9.09

Neuorientierung moderner Kirchenbauten – Umgang mit einem schwierigen Gebäudetypus

Das Museum Architektur und Ingenieurkunst lädt am 22. September 2009, um 19.00 Uhr zu einer Podiumsdiskussion nach Liebfrauenkirche in Duisburg ein.

Aus der Ankündigung:

"Die Architektur der 1960er Jahre wird oft mit „Betonbrutalismus“ und Großstrukturen assoziiert. Zudem sind viele der Gebäude dieser Zeit in die Jahre gekommen, sind sanierungsbedürftig und haben dadurch an Attraktivität verloren.
Letzteres trifft auch auf eine Vielzahl von Kirchengebäuden zu, die in Nordrhein-Westfalen in der Diskussion stehen, weil Kirchenfinanzen und die Zahl der Gemeindemitglieder stark rückgängig sind. Vermutlich ist in den nächsten Jahren bei einem Viertel der Kirchen über eine Umnutzung nachzudenken."

Und bei der Gelegenheit der Hinweis auf die gedruckte Ausgabe der Beiträge eines Symposiums zum Thema, das 2006 in Vallendar-Schönstatt stattfand:

Das letzte Abendmahl: Umnutzung, Verkauf und Abriss von Kirchengebäuden in Deutschland, VDG Verlag, 2008, 20 €

25.8.09

St. Martin, Schneeren und St. Marien, Mandelsloh

Anfang Juni wurde die katholische Kirche Sankt Martin in Schneeren bei Neustadt am Rübenberge geschlossen. Die Kirche soll abgerissen und das Grundstück verkauft werden.

Der letzte Gottesdienst fand am 5. Juni in der Kirche statt. In der Pfarrgemeinde Sankt Peter und Paul ist die Kirche Sankt Martin bereits das zweite Gotteshaus, das binnen kurzer Zeit aufgegeben wird. Am 2. Juni war die Kirche Unbeflecktes Herz Maria in Mandelsloh geschlossen worden.

ddp schreibt:

Grund für die Schließung beider Kirchen ist die geringe Zahl an Gemeindemitgliedern. Sankt Martin befindet sich laut eines Gutachtens zudem in einem schlechten Bauzustand. Das Gotteshaus war 1969 als Fertigteilkirche errichtet worden. Für die Instandhaltung hätten rund 250 000 Euro aufgebracht werden müssen. Im Bistum Hildesheim ist Sankt Martin den Angaben nach die 20. Kirche, die seit 2003 profaniert wurde.

St. Barbara, Goslar

dpa berichtet:
Der Abriss einer weiteren ungenutzten katholischen Kirche steht bevor. Die Verhandlungen mit einem Privatunternehmen über den Verkauf der seit 2006 nicht mehr als Gotteshaus genutzten St. Barbarakirche in Goslar „stehen vor dem Abschluss“, sagte der Sprecher des Bistums Hildesheim, Michael Lukas, am Dienstag. Nach Informationen der „Goslarschen Zeitung“ soll das in den 1970er Jahren in Fertigbauweise errichtete Gebäude anschließend abgerissen werden. Seit 2003 wurden im Bistum Hildesheim 23 Kirchen aufgegeben und zwei davon bereits abgerissen, sagte Lukas. Bis 2020 ist die Schließung einiger Dutzend weiterer Kirchen geplant.
Mehr zu den Kirchenschließungen im Bistum Hildesheim.

27.5.09

Dinslaken: Heilig-Blut und evangelische Christuskirche

Nach der evangelischen Christuskirche kommt nun in Dinslaken die Heilig-Blut-Kirche an die Reihe: Nach der Profanierung am 21. Juni steht "eine Menge Trauerarbeit" an.

Einzelheiten in "Der Westen".

Thomas zeigt in seinem Abendland Bilder einer Ausstellung mit Werken von Rainer Höpken zum Abriß der evangelischen Christuskirche: "Der Turm stürzt ein".

Sehenswert u.a. der "Kirchenpoker".

1.5.09

Die Karte zum Thema

In der ZEIT vom 23.04.2009 Nr. 18 eine Deutschlandkarte mit dem Titel "Kirchensterben": Eine Übersicht, wo im Land welche Konfession wie viele Kirchen schließt.

8.11.08

St. Elisabeth, Münster: Vermehrzweckt

Aus der Münsterländischen Volkszeitung vom 7. November 2008:
"Pfarrer Martin Sinnhuber ist ein Stein vom Herzen gefallen. Wegen St. Elisabeth. Die Kirche – die mit Blick auf den Pastoralplan zur Disposition stand – wird nicht abgerissen. Sie wird jedoch am 16. November in einem Gottesdienst um 10.30 Uhr von Weihbischof Dr. Franz-Josef Overbeck entweiht. Damit wird der Weg freigemacht für eine ganz neue Nutzung des Gotteshauses, das sich in einen Kultur- und Mehrzweckraum verwandeln wird.

Am Abend soll es in der Kirche an der Hamburger Straße nach der Umgestaltung kulturell zugehen. Beispielsweise mit Konzerten und Lesungen. „Die Holzdecke sorgt für eine hervorragende Akustik“, sagt der Pfarrer. Dagegen sollen tagsüber Kinder den Mehrzweckraum mit Leben erfüllen. Die Montessori-Schule, die im Aschendorff-Verlag an der Soester Straße ihren Schulbetrieb hat, braucht eine Bewegungsfläche. Und auch der Kindergarten St. Elisabeth soll die Räumlichkeit für seine kreative Arbeit nutzen. (...)

Behutsam soll der Eingriff in den Kirchenraum erfolgen. Der Altarraum ist als Bühnenfläche vorgesehen. Der Boden wird erneuert, Bistro und Sanitärräume sollen im vorderen Bereich der Kirche angesiedelt sein. Das Pfarrheim und das Pfarrhaus werden dagegen abgerissen. Dafür wird Wohnraum geschaffen – für ein soziales Projekt in kirchlicher Trägerschaft."

5.10.08

Katholisches Kirchenschwinden - auch in England

"Einige der schönsten katholischen Kirchen stehen vor der Schließung und sogar Zerstörung, doch Laieninitiativen bestreiten ihren Sinn und ihre rechtliche Basis." - so macht die Times den Artikel ihres Architektur-Korrespondenten Marcus Binney auf.

Und so schließt er, nach einer Tour quer durch die Diözesen:

"The current crisis provides the clearest evidence that some Catholic bishops are behaving in a high-handed way towards congregations to a degree unthinkable in most other churches in England. The result is both crushing and alienating to congregations and communities. The closing of a church does not solve the problem, as disposal can still be contentious and time-consuming. Faced with declining numbers of priests, English dioceses should look to an empowered laity, who up and down the country, are showing passionate concern for many much-loved churches."

(Herzlichen Dank an unseren Leser M.C. für den Hinweis.)

11.8.08

Herz Jesu Ratingen

Die Rheinische Post lässt Pfarrer Bünnagel von Herz Jesu, Ratingen, scherzen:

„In Zukunft wird man hier wohl eher Kaffeeduft statt Weihrauchschwaden riechen."
Die katholische öffentliche Bücherei ist in den Seitenflügel der Herz Jesu-Kirche umgezogen, nachdem die Kirchengemeinde im letzten Jahr das Gebäude von Pfarrsaal und Bücherei verkauft hat. Auf zwei Etagen können 10.000 Medien ausgeliehen werden.

Alle sind glücklich:

„Wir wollen aber nicht darüber jammern, was in der Kirche den Bach heruntergeht, sondern uns über den Gewinn neuer Möglichkeiten freuen“, so Pfarrer Bünnagel. Was beim Umbau herausgekommen ist, ist in vieler Hinsicht sogar besser als die alte Bücherei. „Wir haben platzmäßig vom Umzug profitiert“, sagte Hildegard Pollheim, ehrenamtliche Büchereileiterin. Besonders der Kinderbereich sei größer geworden, was der Leseförderung zugute komme. Er lädt mit bunten Sitzkisten und Regalen voll Büchern, Computer- und Brettspielen zum Stöbern und Verweilen ein. „Ich finde es toll, dass es eine Spielecke für die kleineren Kinder gibt, so nerven die nicht mehr beim Lesen“, meinte Alexander (9). Den einzigen Nachteil sieht Pollheim darin, dass der Eingang zur Bücherei von der Straße aus nicht zu sehen ist – er liegt hinter der Kirche. Hier setze man auf Flyer und Mundpropaganda. „Durch den Umzug haben wir unseren Bestand gründlich aussortiert und haben jetzt ein wirklich aktuelles Angebot“, so Pollheim.

Vgl. auch hier

Zum Flyer der Bibliothek hier.

26.6.08

Wandel durch Abriß

Heute in der Welt: "Der Ausverkauf der Gotteshäuser", nicht namentlich gezeichnet und mit vielen interessanten Beobachtungen:

Der Altar ist abgeräumt, das ewige Licht aus der Wand gerissen. Doch die Wunde im Mauerwerk schreibt die Kreuzesform auch jetzt noch wie ein nicht verlöschendes Zeichen über den Tisch des Herrn - so als sei das Sinnbild dem Bauwerk eingebrannt. Christkönig in Kaiserslautern, die Backsteinkirche im Villenviertel auf dem Lämmchesberg, ist ausgeweidet bis auf die roten Außenmauern und die haushohen Kirchenfenster, in denen sich hundertfach das Christ-König-Motiv, die Krone, wiederholt. Im Herbst 2007 wurde die Kirche profaniert, vor einem halben Jahr verkauft - bald rücken die Betonmischer an, um den Baukörper für "neue Nutzungen" umzugestalten...

Für manchen Kirchenoberen haftet diesen "Bürgerinitiativen" etwas Unheimliches, das Selbstverständnis der Kirche Verletzendes an, stehen doch Ausmaß und Breitenwirkung der Proteste in krassem Gegensatz zur Schrumpfung der Gemeinden, zum Leerstand von Kirchen und zum Rückgang der Kirchensteuereinnahmen, die vielerorts die Unterhaltung kirchlicher Gebäude zu einer kaum lösbaren administrativen Aufgabe machen...

Mehr Wandel? Die Bürgerinitiativen für die Rettung bedrohter Kirchen setzen sich offensichtlich für etwas anderes ein. Gläubige und Kirchenleitungen scheinen aneinander vorbeizureden. In Kaiserslautern wurde der einzige authentische Zeuge, der Katholik und Nachbar Jäger, zwar freundlich angehört, aber kein Kongressteilnehmer verspürte ein Interesse, die nur 100 Meter entfernte Abrisskirche Christkönig vor dem Umbau zum Appartementhaus noch einmal zu betreten. Den Fürsprechern des "Wandels" geht es nicht um bestehende Kirchen - sie wollen eine neue, veränderte Kirche. Bürgerinitiativen zur Rettung gefährdeter Kirchen sind ihnen suspekt...

Offenbar ist es nicht der Leerstand, sondern die Faszination des "Wandels", der bei der Schließung von Kirchen Pate steht. Im Rausch der Veränderungsmanie spielt die Gefühlslage der Gläubigen offenbar keine Rolle. Die Fördervereine für alte Kirchen, die Widerstandsveranstaltungen gegen Kirchenschließungen, die großen "Events" unter freiem Himmel und die Wallfahrten nach Rom scheinen bei der Absicht nur zu stören, der "neuen" Kirche auch mit neuen Nutzungsideen inhaltlich und baulich Gestalt zu geben.

Kirchliches Leben hat nichts mit Protz und Prunk zu tun, auch wenn die Kirche keinen Anlass hat, sich in Sack und Asche zu kleiden. Aber das kirchliche Gebäude, so hat es Preußens großer Baumeister Karl Friedrich Schinkel einmal ausgedrückt, soll Gott darstellen. Und seinen Standeskollegen empfahl er, sich dieser Bauaufgabe in "Resignation" (d.i. Demut) zu widmen.

15.3.08

St. Georg, Adlum

Ein Leser unseres Blogs hat uns auf den Fall der St. Georgskirche in Harsum-Adlum (Bistum Hildesheim) aufmerksam gemacht.

Pfarrer Winfried Henze bittet dort die Kirchenbesucher um ihr Gebet:

"Dieses Gotteshaus ist vom Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim als 'entbehrlich' eingestuft worden. Alle, die es betreten, sind eingeladen, für unseren Bischof und die Mitglieder seiner Verwaltung um die Gaben des Heiligen Geistes zu beten, besonders um den Geist der Weisheit und des Verstandes."

Direkte Pläne zur Schließung oder Profanierung der Kirche gibt es laut Göttinger Tageblatt nicht, jedoch wird sie zu den "nicht unbedingt notwendigen" Kirchengebäuden gezählt, für die das Bistum die Baukostenzuschüsse einstellen will.

Das Göttinger Tageblatt weiter:
Pfarrer Henze bezeichnete die Schließungspläne in der „Hildesheimer Zeitung“ als Katastrophe. Er wies darauf hin, dass sich das Bistum gar nicht von der Adlumer Kirche trennen könne, weil diese der Kirchengemeinde gehöre. Wenn das Bistum die Bauzuschüsse streiche, könne es doch der Gemeinde die Miet- und Pachteinnahmen überlassen, die sie bisher ans Bistum abgegeben hat.Im Bistum hieß es gestern, dass Pfarrer Henze seine Vorschläge in den zuständigen Gremien diskutieren müsse.

Generalvikar Werner Schreer zeigte sich stark berührt von der „emotional aufgeladenen Kritik“. Bei allem Verständnis dafür, dass die Menschen an ihren Kirchen hängen, gebe es angesichts der sinkenden Zahlen von Katholiken, keinen anderen Weg, als sich von Gotteshäusern zu trennen. „An vielen Orten trauen wir den Menschen auch zu, dass sie die Erhaltung ihrer Kirche selbst in die Hand nehmen können“, erklärte Schreer. Deshalb werde das Bistum viele Kirchen „den Menschen vor Ort anvertrauen“.

St. Elisabeth, Münster

Die Pfarrgemeinde St. Elisabeth hatte bereits 2001 mit der Gemeinde Herz Jesu fusioniert, in ihrer nach dem Krieg erbauten Kirche gab es schon seit einiger Zeit keine deutschsprachigen Gottesdienste mehr, und die polnische Gemeinde, die St. Elisabeth für ihre Gottesdienste nutzte, soll nach St. Antonius umziehen - damit steht nach einem Bericht des Stadtmagazin Echo wohl fest, daß die Kirche St. Elisabeth zum Ende des Jahres profaniert wird.

Über die weitere Nutzung ist noch nicht entschieden; aktuell sollen mehrere Architekten um Entwürfe für das Gelände gebeten werden.