Aus aktuellem Anlass (ich komme gerade aus dem Ruhrgebiet zurück) heute ein Hinweis auf Bochum und die dort schon seit längerem profanierte, und die Gemüter erhitzende, Marienkirche.
Die Kirche, welche um 1868 entstand, entwickelte sich schnell zu einem essenziellen Bestandteil des Bochumer Stadtbildes, so sehr, dass man sie nach dem zweiten Weltkrieg sogar unter Mühen wieder
aufbaute.
Im Mai 2000 aber war es beschlossene Sache, dass die St-Marien-Kirche in Bochum abgerissen werden sollte, denn die Gemeinde war geschrumpft. Ein kühner Plan, hatten jene die ihn schmiedeten doch nicht mit dem Widerstand, ja sogar der blanken Empörung der Bevölkerung gerechnet! Zugegebenermaßen entsprang der Widerwillen, die Kirche abreißen zu lassen, wohl eher ihrer Funktion als "Wahrzeichen".
Siehe auch http://www.rettet-die-marienkirche.de/
Was macht eine Stadt denn nun mit einer Kirche, die als solche nicht mehr genutzt wird, die man aber auch nicht abreißen kann?
Idee Nummer 1 lautete: Wir errichten hier ein Seniorenheim....Diese Idee wurde verworfen, wollte man doch das Innere der Kirche erhalten.
Idee Nummer 2: Hier machen wir eine Trainingstätte für das Urbanatix. ...Das klappte auch von 2007 bis 2012. Es gibt sogar ein Youtube Video darüber, welches man sich hier ansehen kann:
http://www.youtube.com/watch?v=NgZ7R6fayt8
Idee Nummer 3: Wir machen hier einen Kammermusiksaal rein! Dieser sollte bis 2010 entstehen, es klappte aber doch nicht bis dahin.
Bei der musikalischen Idee bleibt es aber vorerst, die Kirche ist seit 2013 Bestandteil des neuen "Musikzentrum Bochum".
Siehe auch:
http://www.bochumer-symphonie.de/
http://www.bochum.de/C125708500379A31/vwContentByKey/W27DPFF4145BOLDDE
http://de.wikipedia.org/wiki/St.-Marien-Kirche_(Bochum)
Ein Blog mit Informationen zu Umnutzung, Verkauf oder Abriß katholischer Kirchen in Deutschland
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20.6.13
30.12.12
Wider das Kirchensterben
Zu Weihnachten hat Daniel Deckers in einem Leitartikel der FAZ das Thema dieses Blogs aufgegriffen. "Wider das Kirchensterben" lautet die Überschrift.
Etwa zehn Kirchen oder Gemeindehäuser ereilt dieses Schicksal allein in der Evangelischen Kirche im Rheinland - jedes Jahr. Das Bistum Essen, das just in jenem Jahr 1958 gegründet wurde, als im Ruhrgebiet das Zechensterben begann, hat fast jeden dritten Kirchenraum zur Disposition gestellt. Andernorts hat das Kirchensterben noch nicht mit jener Wucht eingesetzt, die neben den betroffenen Gläubigen auch immer wieder Kommunalpolitiker und Denkmalschützer auf den Plan ruft.Am Schluss seines Artikels bringt der Autor auf den Punkt, was Kirchen über die rein materielle Funktion eines Gebäudes hinaus bedeuten.
Gerade an Feiertagen wie Weihnachten, aber auch an Tagen persönlicher wie kollektiver Trauer zeigt sich, dass selbst die unscheinbarste Kirche mehr ist als ein seelenloser Versammlungsraum für eine zunehmend kleiner werdende Zahl religiöser Virtuosen mit seltsam anmutenden Zeremonien. Als Gedenk- und Erinnerungsort vergegenwärtigen sie die Vergangenheit, als Orte des Heiligen transzendieren sie die Gegenwart, als Stein gewordener Glaube bezeugen sie die sprachlich kaum fassbare Hoffnung auf Ewigkeit. Genau deswegen waren und sind Kirchen den Ideologen jeder Couleur stets ein Dorn im Auge gewesen, genau deswegen scharen sich noch heute Bürger, die an allem zweifeln, um ihre von Ideologien jeder Art bedrohten Kirchen. Genau deswegen werden auch heute noch Kirchen gebaut.
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