13.11.05

Evangelische Heilandskirche in F-Bornheim



Der epd schreibt am 11.11.2005:

"Frankfurt a.M. In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau wird erstmals ein Gotteshaus komplett abgerissen. Die 1955 erbaute Heilandskirche im Frankfurter Stadtteil Bornheim soll Platz machen für ein neues Diakoniezentrum. Bis Anfang kommender Woche sollen die Kirchenmauern abgetragen werden. Der rund 40 Meter hohe Kirchturm werde gesprengt, um Geld und Zeit zu sparen, hieß es.
Im Gegensatz zur Frankfurter Hoffnungsgemeinde, die sich seit fast sechs Jahren auch juristisch gegen den Verkauf und möglichen Abriss ihrer Matthäuskirche an der Messe wehrt, gab es nahezu keinen Widerstand gegen den Abriss. Die Bornheimer Gemeinde hat einen starken Mitgliederrückgang zu verzeichnen. Zudem galt die Kirche als baufällig. Die Entscheidung zum Kirchenabriss fiel bereits vor fünf Jahren."
Auf dem Grundstück soll ein Diakoniezentrum entstehen, in dem die Evangelische Gemeinde Bornheim einen Andachtsraum, Kirchenladen und Kindergarten einrichten kann. (Frankfurter Neue Presse)

Die "Neue Presse weiter:

"Zur Erinnerung an die Heilandskirche werden im neuen Gemeindezentrum, das zurzeit in der Großen Spillingsgasse entsteht, unter anderem zwei Chorraumfenster sowie die Darstellung des Abendmahls und des Heiligen Geistes integriert. Ein weiteres Altarfenster wird in den Andachtsraum im Diakoniezentrum Bornheim eingebaut." Die Glocken wurden an die Christuskirche in F-Nied übergeben, die Kirchenbänke und Lampen komplettieren die Einrichtung eines privaten Konzertraums in Thierbaum, Sachsen.

1 Kommentar:

Geronimo hat gesagt…

Kleine Information: es durften bereits jahrelang keine Glocken mehr in der Heilandskirche geläutet werden, da Einsturzgefahr bestand und das Gemäuer die Schallwellen nicht verkraftet hätte und der ganze Bau über den Gläubigen eingestürzt wäre.

Bösartige Zeitgenossen im Stadtteil meinten, es sei kaum ein Verlust an Menschenleben zu befürchten, da so gut wie niemand in die Kirche gehe, aber bei den Familiengottesdiensten waren natürlich schon Leute da ...

Eines meiner Kinder ist Mitglied im Chor der Heilandsgemeinde - der jetzt wie die ganze Gemeinde nun in die in der Nähe liegende wunderschöne, aber kleine barocke Johanniskirche gezogen ist.

Die gesamte Situation unabhängig vom Abriß der Kirche (Abriß des Altenheimes, des Kindergartes, des Gemeindezentrums) ist nur ein Teil einer sowohl sehr ärgerlichen als auch verfehlten Politik der evangelischen Kirche vor Ort, die auch in dem Zug aus Einsparungsgründn bereits das zu der Gemeinde gehörende Familienlandheim abgestoßen hat, das jedoch durch eine Gemeindeinitiative privat weitergeführt wird - wobei sich rausstellte, dass der Verlust, den das Heim jahrelang eingefahren hatte, an mangelnder Organisation lag, denn es ist inzwischen wieder in den schwarzen Zahlen.

Geronimo